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NWZonline.de Nachrichten Politik

1000 Missbrauchsfälle in nur einem Jahr gemeldet

23.12.2019

Rom Es ist ein trauriger Rekord: In diesem Jahr wurden weltweit etwa 1000 Fälle von sexuellem Missbrauch durch Geistliche gemeldet. Die Behörde im Vatikan, die solchen Vorwürfen nachgehen soll, ist angesichts dieser Entwicklung unterbesetzt. „Im Moment stehen wir vor einem regelrechten Tsunami von Fällen, vor allem aus Ländern, aus denen wir bisher nie etwas gehört hatten“, sagt John Kennedy, Leiter der Disziplinar-Abteilung der Kongregation für die Glaubenslehre.

Angehende Priester im NWZ-Gespräch: „Was hat meine Kirche Menschen angetan?“

Viele der Verbrechen liegen schon Jahre oder gar Jahrzehnte zurück. Zum Teil wurden sie aber erst vor Kurzem öffentlich bekannt. Im Fokus standen zuletzt Argentinien, Mexiko und Chile sowie Polen und Italien. Auch aus den USA gingen immer wieder neue Vorwürfe ein. Insgesamt waren es 2019 etwa viermal so viele Fälle wie noch vor zehn Jahren. Entsprechend würden eigentlich auch deutlich mehr interne Ermittler gebraucht.

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Der Druck zur Aufklärung kommt nicht nur von einer zunehmend desillusionierten Basis. Papst Franziskus persönlich verkündete diese Woche seine Entscheidung, das „päpstliche Geheimnis“ bei Missbrauchsfällen abzuschaffen. Der Vatikan erklärte, dass dies eine bessere Kooperation mit weltlichen Gerichten ermöglichen solle. Die Begründung war bemerkenswert. Denn indirekt wurde damit eingeräumt, dass Bischöfe das „päpstliche Geheimnis“ in der Vergangenheit genutzt haben, um eine solche Zusammenarbeit zu verweigern. Die ersten Skandale erschütterten die katholische Kirche in den 90er Jahren in Irland und Australien. In den USA folgten im Jahr 2002 umfassende Enthüllungen. Ab 2010 wurden weitere Fälle in anderen Ländern Europas bekannt. Im vergangenen Jahr schließlich brachen auch in Südamerika etliche Missbrauchsopfer ihr Schweigen. Die Glaubenskongregation ist die zentrale Stelle zur Prüfung der Vorwürfe – und zugleich Berufungsgericht für beschuldigte Priester.

NWZ-Spezial: Missbrauch in der Katholischen Kirche

Seit 2001 hat die Glaubenskongregation schon 6000 Fälle bearbeitet. Trotzdem gibt es einen erheblichen Rückstau – 2000 Vorwürfe konnten bisher nicht überprüft werden. Mit nur 17 festen Mitarbeitern ist die Behörde schlicht überlastet.

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