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Aktualisiert vor 2 Minuten.

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Festnahme im Fall Lübcke – Spuren ins rechte Milieu?

NWZonline.de Nachrichten Politik

Treffen sich zwei Klima-Kämpfer

18.04.2019

Rom Fröhliche Gesichter, ein Händedruck und Worte der Ermunterung: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und Papst Franziskus haben sich am Mittwoch auf dem Petersplatz in Rom getroffen. Bei dem kurzen Wortwechsel dankten die beiden einander für ihre Anstrengungen für den Klimaschutz. Viel mehr kam bei dem Treffen am Ende der wöchentlichen Generalaudienz nicht herum. Symbolträchtig war die Begegnung trotzdem.

Denn Thunberg und Franziskus vereint ein Herzensanliegen: der Klimaschutz. Die 16-Jährige demonstriert dafür seit vergangenem Sommer jeden Freitag – meistens während der Schulzeit – vor dem Reichstag in Stockholm. Ihr Schulstreik hat weltweit Menschen zu Demonstrationen unter dem Motto „Fridays for Future“ inspiriert. Die Kernforderungen: ein schnelles Aus für die klimaschädliche Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, keine Subventionen mehr für diese „dreckigen“ Energieträger, mehr Investitionen in erneuerbare Energien aus Wind und Sonne.

Auch der Pontifex macht sich für den Klimaschutz stark. Er veröffentlichte 2015 eine Enzyklika zu Umweltfragen und sprach sich für das Pariser Klimaabkommen aus, nach dem die Erderhitzung unter zwei Grad begrenzt werden soll. Außerdem kritisiert er immer wieder Leugner des Klimawandels und prangert die Zerstörung der Umwelt und egoistisches Verhalten der Menschen an.

Thunberg war es nun, die um das Treffen mit Papst Franziskus gebeten hatte. Die 16-Jährige bekam zwar keine Privataudienz, gehörte aber zu den wenigen, die das Kirchenoberhaupt im Anschluss an die Generalaudienz auf dem Petersplatz persönlich begrüßen konnten.

„Er war sehr freundlich. Er lächelte und lachte die ganze Zeit“, sagte Thunberg der schwedischen Zeitung „Dagens Nyheter“ nach der Begegnung. Der Vatikan veröffentlichte später ein 17-sekündiges Video von dem Moment. „Danke, dass Sie für das Klima einstehen und die Wahrheit sagen. Wirklich. Das bedeutet viel“, sagte Thunberg. „Gott segne dich“, sagte der Papst und ermunterte die Jugendliche, ihren Kampf fortzusetzen. „Mach weiter! Mach weiter!“

Thunberg hielt dem Pontifex bei der Begegnung auch ein kleines Plakat mit der Aufschrift „Join the Climate Strike“ entgegen. Ob der Papst dem Aufruf folgt? Thunberg dürfte darauf hoffen – denn auch wenn Papst Franziskus als Kämpfer für den Klimaschutz gilt: Ihr kann nicht alles gefallen, was spätestens seit dem Pontifikat von Johannes Paul II. zum Papst-Alltag gehört: das viele Reisen.

Wenn der Papst nicht mit seinem Papamobil oder im geschlossenen Fiat unterwegs ist, steigt er ins Flugzeug. In den ersten drei Monaten des Jahres flog Franziskus dreimal ins Ausland: nach Panama, in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Marokko.

Die junge Klimaaktivistin dagegen lehnte Einladungen aus Abu Dhabi, Panama, New York oder Vancouver ab, weil sie dafür in den Flieger hätte steigen müssen. Wegen der hohen CO2-Emissionen beim Fliegen fuhr sie sogar zum Weltwirtschaftsforum in Davos mit dem Zug.

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