ROSTRUP - Die Gemeinderatsfraktionen sehen nach der Bürgerinformation erheblichen Redebedarf. Die beiden großen Fraktionen des Zwischenahner Gemeinderates haben außerordentliche Sitzungen einberufen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Detlef Dierks sagte, sollte sich die Fraktion für eines der Konzepte entscheiden, dann nur für eines „in deutlich abgespeckter Version“. Und weiter: „Wir sind uns im Klaren darüber, dass sich eine solche Modifizierung für manchen Investor nicht lohnt.“ Er ergänzte, dass bei einem vom Hotelier ins Spiel gebrachten Preis von zwei Millionen Euro für das 36 Hektar große Gelände durchaus die Gemeinde als Käufer tätig werden könnte: „Wenn wir alle an einem Strang ziehen, gewinnen wir alle.“
Grundlegend überdenken wird auch die CDU-Fraktion ihre Position zu den drei Investoren-Konzepten. Sie trifft sich genau eine Woche nach der SPD am Montag, 18. Oktober, 19 Uhr, in der Gaststätte Meta in Aschhauserfeld. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Heinrich Behrens: „Es wird sicherlich darauf hinaus laufen, dass keines der drei aktuellen Konzepte den Zuschlag erhält.“
Der Fraktionssprecher der Grüne, Georg Köster, spricht sich gegen den aktuellen Fahrplan aus. „Wir müssen in jedem Fall die Bürger mit im Boot haben. Ich kann mir vorstellen, dass wir die Entscheidung noch verschieben.“
Die Freien Wähler hatten bereits vor Tagen verlauten lassen, dass keiner der Vorschläge „optimal“ erscheine. „Wir brauchen dringend ein Konzept um Bad Zwischenahn für alle Generationen interessant zu machen.“ Bei einer Entscheidung sei die Einbeziehung des Hotel- und Gaststättenverbandes dringend erforderlich, so Ratsherr Wolfgang Sindermann: „Bad Zwischenahn ist zu schön, um Niedersachsens größtes Altenheim zu werden.“
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP, Bernd Janßen, will die Debatte gern wieder aufnehmen. „Eine solche Entscheidung wird nicht gegen den Willen der Bürger, Vereine und Verbände gefällt.“ In Richtung des Hotel- und Gaststättenverbandes (HoGa) sagt er: „Es ist niemand überrannt worden. Vertreter der HoGa sind schon früh in die Diskussion eingebunden worden.“
Bürgermeister Dr. Arno Schilling weist unterdessen darauf hin, dass er auf der Bürgerinformation nicht dem Souverän, dem Bürger die Kompetenzen habe absprechen wollen. Vielmehr habe er gemeint, dass nicht der Bürgermeister, sondern der Rat entscheide. „Wir leben immer noch in einer repräsentativen Demokratie. In diesem System werden Entscheidungen vom Rat getroffen.“
