ROSTRUP - Die letzten Krisensitzungen sind abgehalten, die Fraktionen haben ihre Meinung gebildet. Eines zeichnet sich dabei ab: Auf der nächsten Sitzung des Zwischenahner Gemeinderates Anfang November wird nicht über die Konzepte zur Nachnutzung des ehemaligen Bundeswehrgeländes in Rostrup entschieden.
Denn die SPD-Fraktion hat Prüfaufträge für die Verwaltung vorbereitet (dieNWZ
berichtete) und auch die CDU-Fraktion möchte, dass die Verwaltung sich noch einmal mit Nutzungsoptionen auseinandersetzt. CDU-Fraktionschef Joachim Funke sagt, dass sich die Unions-Fraktion sogar in der kommenden Woche noch einmal treffen wird. Er ergänzt: „Wir machen es uns nicht einfach.“ Ihm sei es sehr wichtig, dass eine einvernehmliche Lösung gefunden werde.Konstruktive Gespräche
Bei der Sitzung am Montagabend in Aschhauserfeld habe die Fraktion „in konstruktiver Atmosphäre“ mit dem Bürgermeister Dr. Arno Schilling und dem Leiter der Bauverwaltung Carsten Meyer zusammengesessen und sich einzelne Aspekte erklären lassen. Die Meinungsbildung ist noch nicht abgeschlossen.
Die FDP hingegen hat einen Entschluss bereits gefasst: Sie spricht sich klar gegen die Übernahme des Geländes durch die Gemeinde Bad Zwischenahn aus. „Es ist nicht Aufgabe der Gemeinde zu spekulieren“, sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Georg Kolbow. Vorstand und Fraktion haben auf ihrer gemeinsamen Sitzung noch einmal bekräftigt, dass „die Nutzungsanforderungen wie Erhalt des Seeufer-Rundweges, Berücksichtigung des Landschaftsschutzgebietes, Einbeziehung der Touristikstrategie, wie im Eckwertepapier festgelegt, berücksichtigt werden“ müssten. Ein gut durchdachtes Ferienressort stütze die Zwischenahner Touristik. Aber: Bis auf die Anbindung eines Anlegers für die Seerundfahrten solle das Landschaftsschutzgebiet erhalten bleiben. Da Tourismus eine der Säulen der Zwischenahner Wirtschaft sei, müsse eine Zielgruppe mit hohen Ansprüchen bedacht werden, der Fokus auf die Schaffung von Arbeitsplätzen gelegt werden und gleichzeitig aber auch möglichst viel Grünfläche erhalten bleiben. Auch müssten völlig neue Zielgruppen erschlossen werden, damit es einen Zuwachs für den Tourismus gebe. „Das Gelände brach liegen zu lassen ist nach Meinung der FDP, auch wegen der Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg, unverantwortlich. Eine Stiftung die das Gelände erwerben möchte, würde sich allein damit verheben.“
Kredite werden geprüft
Der Erste Kreisrat Thomas Kappelmann reagierte auf Überlegungen, die Gemeinde könne das 36 Hektar große Grundstück selbst kaufen zurückhaltend: „Fakt ist, dass die Gemeinde Bad Zwischenahn eine hohe Verschuldung aufweist.“ Jede Kreditaufnahme der Gemeinde werde durch die Kommunalaufsicht genau geprüft.
