ROSTRUP - ROSTRUP - „Die Hand als Bewegungsorgan zum Begreifen und Fühlen ist einfach faszinierend“, sagt Dr. Hartwig Quirll. Der Facharzt für Allgemeinchirurgie, der an der Universität Münster Medizin studierte, hat sich während seiner Laufbahn bei der Bundeswehr stetig spezialisiert und unter anderem eine mehrjährige Weiterbildung zum Handchirurgen am Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Hamburg-Boberg absolviert. Dessen Abteilung für Handchirurgie ist renommiert und international anerkannt. Danach folgte ein Auslandsaufenthalt in Afghanistan, und seit einigen Wochen arbeitet der Flottillenarzt wieder am Bundeswehrkrankenhaus in Rostrup. Dort sind derzeit etwa 75 Prozent der Patienten Zivilisten, wobei mit einer Überweisung alle Kassenpatienten und ebenso Privatpatienten (ambulant und stationär) behandelt werden.
Aufgrund der Spezialisierung des 53-Jährigen, der unter anderem am US-amerikanischen Marinehospital in Bethesda/Washington, in mehreren Bundeswehrkrankenhäusern sowie als Leiter des Marinesanitätszentrums Kiel tätig war, kann daher in der Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie (50 Betten) in Rostrup eine handchirurgische Behandlung angeboten werden. Diese umfasst neben der Versorgung von Handverletzungen auch entsprechende Operationen.
„Das dürfte auch für zivile Patienten von Interesse sein“, meint Quirll und geht auf einige Krankheitsbilder ein. Kompetent helfen könne das Team beispielsweise bei (Daumen-)Sattelgelenkarthrose (einer schmerzhaften Verschleißerscheinung, unter der vor allem Frauen zu leiden hätten), wie auch bei Nervenschädigungen im Handgelenk (Karpaltunnelsyndrom), ebenso bei krankhaft schwellenden, daher beugeeingeschränkten Fingern, einer Verkrümmung der Finger (Dupuytrenscher Kontraktur) und Tumoren der Hand. Die Handchirurgie, das sei Arbeit an sehr kleinen Strukturen, schildert der Flottillenarzt unter anderem auch den Einsatz von Lupenbrille mit vierfacher Vergrößerung und des Operationsmikroskops.
Auch durch Auslandseinsätze (Bosnien, Kosovo, Mazedonien, Afghanistan) weiß Quirll, wie wichtig insbesondere die speziellen handchirurgischen Kenntnisse sein können. „Ein Allgemeinchirurg kann schwerwiegende Verletzungen an einer Hand oft nicht adäquat behandeln.“ So gehe es zumeist um eine Erstversorgung, und dann folge eine Verlegung des Patienten nach Deutschland. Am Bundeswehrkrankenhaus in Rostrup bereite man sich auch mit dem Aufbau eines handchirurgischen Angebots auf die Kooperation mit der Ammerland-Klinik Westerstede vor, wobei Schwerpunkte künftig bei Orthopädie und Unfallchirurgie sowie dem Aufbau eines Traumazentrums liegen würden.
