Athen - Gianis Varoufakis hat seinen Rücktritt als griechischer Finanzminister angekündigt. Er werde noch am Montag den Posten räumen, erklärte der Minister.

Varoufakis teilte in einer Erklärung des Finanzministeriums sowie in seinem Blog mit, kurz nach dem griechischen Referendum hätten ihm einige Amtskollegen aus den weiteren Ländern der Eurozone sowie andere „Partner“ mitgeteilt, dass sie es bevorzugen würden, wenn er nicht mehr bei den Treffen der Minister dabei wäre.

Ministerpräsident Alexis Tsipras sei zu dem Schluss gekommen, dass der Rücktritt des Finanzministers „potenziell hilfreich für ihn“ sein könnte, um eine Einigung im Schuldenstreit zu erreichen, so der 54-Jährige. Aus diesem Grund werde er noch am Montag seinen Rücktritt einreichen.

Es sei entscheidend, dass es eine „angemessene Lösung“ im Schuldenstreit gebe, die eine sofortige Umschuldung, weniger Sparmaßnahmen, Umverteilung für die Bedürftigen und wirkliche Reformen beinhalte. Wer sein Nachfolger wird, ist bislang unklar.

Varoufakis“ Entscheidung folgte auf das umstrittene Referendum über die Reformvorschläge der internationalen Gläubiger, bei dem seine Syriza-Partei am Sonntag einen großen Erfolg errungen hatte. Die Griechen hatten dem Angebot der Kreditgeber eine deutliche Absage erteilt und damit dem Kurs von Varoufakis und Tsipras ihre Rückendeckung gegeben.

61,31 Prozent der Wähler stimmten laut offiziellem Endergebnis mit „Nein“ und damit gegen die Reformvorschläge, 38,69 dafür. Varoufakis hatte vor der Volksabstimmung erklärt, er werde zurücktreten, sollten die Griechen mit „Ja“ stimmen.

Varoufakis ist auf griechischer Seite neben Tsipras der Hauptakteur bei den zähen Verhandlungen über das griechische Schuldenprogramm gewesen. Mit seiner brachialen Art hat er zahlreiche Kollegen verärgert, allen voran Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Zu der Abneigung der Gesprächspartner sagte er: „Ich sollte die Abscheu der Gläubiger mit Stolz tragen“.

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