Cloppenburg - „Das Schwedenheim hat eine gute Tradition. Die Not und die Sorgen standen hier schon immer im Mittelpunkt der Arbeit“, betonte Hans-Jürgen Hoffmann in seiner Begrüßungsansprache zum Empfang anlässlich des diesjährigen Internationalen Tages der Familie, zu dem gut 120 Gäste ins evangelischen Familienzentrum Schwedenheim gekommen waren. Darunter waren auch Maria Klippert, Koordinatorin des Familienzentrums, SPD-Landtagsabgeordnete Renate Geuter, Thomas Feld, theologischer Vorstand der Diakonie Oldenburger Land, und Kreispfarrer Michael Braun.

In ihrer Festrede hob die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt die besondere Bedeutung der Familie – in ihren unterschiedlichsten Formen – hervor. Sie lobte die Arbeit des Familienbüros, da hier vielfältige Angebote für Familien gebündelt, weiterentwickelt und transparent gemacht würden. „Den Eltern soll durch die Familienzentren künftig in allen Lebensphasen Unterstützung aus einer Hand angeboten werden“, so Rundt. Auch eine Zusammenarbeit mit den ebenfalls vom Land geförderten Familienbildungsstätten und den Mehrgenerationenhäusern müsse weiterentwickelt werden.

Mit Blick auf eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine gerechtere Aufgabenverteilung zwischen den Geschlechtern hob Rundt als Mutter von drei Kindern die Bedeutung einer funktionierenden Familienzeit-Politik hervor. „Sie muss ermöglichen, dass sich Väter im Wege einer partnerschaftlichen Aufgabenteilung stärker ihren Erziehungsaufgaben und der Familienarbeit widmen können. Deshalb muss der Rechtsrahmen auf fördernde oder hemmende Faktoren für eine lebenslagen- und lebensphasenorientierte Familienzeitpolitik überprüft werden“, so die Ministerin.

Rundt forderte eine familienbewusste Arbeitswelt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des zunehmenden Fachkräftemangels hob sie die Bedeutung der Frauen für den Arbeitsmarkt hervor und kritisierte den großen Anteil an Mini-Jobs im westlichen Niedersachsen. „Wir brauchen gut ausgebildete Frauen. Für sie ist jetzt eine gute Zeit auf dem Arbeitsmarkt“, betonte die SPD-Politikerin.

Aber auch das Älterwerden sei „keineswegs das Ende der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, sondern oftmals der Beginn einer neuen Form des Aktivseins“, machte Rundt deutlich und verwies unter anderem auf die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Wir brauchen eine lebendige Gesellschaft, an deren Gestaltung sich alle Generationen aktiv beteiligen“, so die Ministerin und lobte ausdrücklich die gemeinsame Arbeit der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter des Familienzentrums Schwedenheim.