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NWZonline.de Nachrichten Politik

„Russland, rette uns!“

11.03.2014

Charkow Wie groß die Wut auf die neue ukrainische Regierung im Osten des Landes ist, merkt Vitali Klitschko am eigenen Leib. Junge Männer schleudern Eier, ja sogar Steine und Feuerwerkskörper auf den Ex-Boxweltmeister, der im Zentrum von Charkow wie auf einem Präsentierteller steht. Zornige ältere Frauen recken dem 42-Jährigen Plakate entgegen: „Russland, rette uns!“, steht dort etwa oder in etwas holprigem Deutsch: „Klitschko, Du bist nicht unser.“

Nicht wenige Menschen in den Gebieten nahe der Grenze zu Russland wünschen sich ein Referendum über die Zukunft ihrer Heimat – ganz wie es die Führung auf der Krim für den 16. März plant. Auf der Halbinsel wie in der Ostukraine ist Russisch die Muttersprache der meisten. Und so waren Frust und Enttäuschung groß, als die neue Führung in Kiew in einer der ersten Amtshandlungen nach ihrer Machtübernahme ein Gesetz strich, das Russisch in diesen Gegenden zur zweiten Amtssprache erhob.

Mittlerweile vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Tausende prorussische Aktivisten in einer ostukrainischen Großstadt für größere Autonomie demonstrieren. Vor allem Rufe werden laut, das in dem industriereichen Gebiet erwirtschaftete Geld nicht mit dem landwirtschaftlich geprägten Westen teilen zu müssen. Ziel ist oft eher eine Föderalisierung des Landes denn eine endgültige Abspaltung.

Aber die Spannung wächst. In Lugansk stürmen Protestierer den Sitz der Gebietsverwaltung und zwingen Gouverneur Michail Bolotskych, erst eine Woche zuvor eingesetzt, zum Rücktritt. Auf dem Dach hissen sie die russische Fahne. „Russland, Russland“, schallen ihre Sprechchöre über die Plätze. In der Großstadt Donezk amtiert mit dem prorussischen Aktivisten Pawel Gubarjow tagelang sogar ein selbst ernannter „Volksgouverneur“ – auch aus Protest gegen den von der Zentralregierung eingesetzten Milliardär Sergej Taruta. Schließlich verhaftet der Geheimdienst SBU zwar Gubarjow. Nun aber gilt der junge Mann vielen als Märtyrer im Kampf gegen die „Extremisten“ und „Faschisten“ aus dem Westen.

Um ihren eigenen Einfluss im Osten zu stärken, setzt die Zentralregierung nun auf die Hilfe der einflussreichen Großindustriellen. So hat Interimspräsident Alexander Turtschinow nicht nur Taruta in Donezk eingesetzt, sondern auch den Milliardär Igor Kolomoiski zum Oberhaupt des Gebiets Dnjepropetrowsk gemacht, der Heimat von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko. Und auch der reichste Mann des Landes, Rinat Achmetow, soll offenbar eingebunden werden.

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