Berichte zur Maskenpflicht

Cloppenburg – eine Stadt mit vielen anatomischen Wundern. Heute war ich das erste Mal seit Einführung der Maskenpflicht in einem Supermarkt einkaufen. Da ich selber seit etlichen Jahrzehnten in der Krankenpflege arbeite, ist das Tragen von Masken mein tägliches Brot.

Schon lange vor Corona waren wir ständig in der Pflicht, uns und andere mit Mund- Nasen- Schutz, Schutzhauben, Handschuhen und Schutzkitteln vor vielen verschiedenen Keimen zu schützen (...) Ich kann sagen, dass ich mich wundere, wie viele Menschen tatsächlich chirurgische, medizinische Masken tragen, obwohl überall von der Politik und in den Medien darum gebeten wurde, diese doch bitte nur für medizinisches Personal zur Verfügung zu stellen.

In vielen Krankenhäusern und Einrichtungen arbeiten die Schwestern und Pfleger augenblicklich leider nur mit selbstgenähten Gesichtsmasken. Was mich allerdings wirklich umhaut, ist die Tatsache, dass es unfassbar viele anatomische Wundermenschen in Cloppenburg gibt. Diese atmen scheinbar nicht durch ihre Nase, die ist nämlich bei sehr vielen Menschen gar nicht verdeckt. Das nächste anatomische Wunder ist die Atmung ausschließlich durch den Kehlkopf, denn nur dort befindet sich der Mundschutz und wärmt den Hals. Fast alle haben ihren Mundschutz offensichtlich aber fest im Griff, zumindest signalisieren sie das, indem sie unaufhörlich daran rumfummeln. Dazu kommt noch, dass etliche Leute Handschuhe tragen, überall damit rumhantieren, vornehmlich natürlich im Gesicht. Die Handschuhe sind vom langen Tragen schon farbverändert und die Hände völlig aufgeweicht. Das ist eine Sammelunterkunft für verschiedenste Keime, zumal die Handschuhe mit der Zeit auch durchlässig werden.

Der Rest jammert (...), wie schrecklich es ist, vor allem mit Brille eine Maske zu tragen. Man könne nicht atmen und all das auch nicht aushalten (...) Es ist einfach unfassbar, wie wenig die Menschen die Zusammenhänge verstehen. Ihr tragt im Winter Mützen gegen Kälte! Ihr tragt Sonnenbrillen gegen die Sonne! Ihr trägt Einlagen in den Schuhen gegen Rückenschmerzen und krumme Füße! Ihr setzt Helme auf, um euch gegen Kopfverletzungen zu schützen! Der Gürtel wird getragen, damit die Hose nicht rutscht! Später tragt ihr Inkontinenzhosen, damit die Hose nicht nass wird. Jetzt geht es nicht nur um die eigene Person, sondern mal um alle.

Wo (...) liegt das Problem, einen Mund-Nasen-Schutz ordentlich anzulegen und zu tragen? Ganz ehrlich, für mich ist das Gejammer schwer zu ertragen! Ich wünsche mir in solchen Situationen die Gesellschaft meiner Kollegen. Die setzen sie einfach auf und zwar eine ganze Schicht lang! Und die dauert häufig länger als acht Stunden.

Ruth Fangmann 49661 Cloppenburg