SANDE - Der EWE-Gaspreisstreit, die Finanzen, die Sozial- und die Schulpolitik waren zentrale Themen bei einem Treffen der Wählergruppen aus Friesland mit Landrat Sven Ambrosy (SPD) am Mittwochabend im Landhaus Tapken in Sande.
Die Wählergruppen nutzten die Gelegenheit, dem für eine zweite Amtszeit kandidierenden Landrat auf den Zahn zu fühlen, und stellten Ambrosy auch persönliche Fragen. Dr. Almut Eickelberg von den Freien Wählern wollte zum Beispiel wissen, ob Ambrosy angesichts seiner mehr als 40 Nebenämter überhaupt noch Zeit und Kraft hat für eine zweite Amtszeit und ob er im Falle seiner Wahl tatsächlich weitere acht Jahre in Friesland bleiben will.
Ambrosy betonte, dass die meisten seiner Nebenämter gesetzlich vorgeschrieben seien und unmittelbar mit seinem Hauptamt in Verbündung stünden. Sie seien zudem Ausdruck der interkommunalen Strategie der Kreisverwaltung.
Als Beispiel nannte Ambrosy den regionalen Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser, dessen Verbandsversammlung er als Vorsitzender leitet. Früher sei das Veterinäramt Bestandteil der Kreisverwaltung gewesen. „Der formale Rahmen hat sich geändert, die Arbeit ist die gleiche geblieben“, sagte Ambrosy.
Ambitionen für ein Amt in Berlin wies Ambrosy kategorisch von sich. Und in Hannover sei Friesland in Person des SPD-Landesvorsitzenden Olaf Lies aus Sande bereits hervorragend vertreten. Er wolle Landrat in Friesland bleiben, betonte Ambrosy.
Neben den Freien Wählern nahmen auch die SWG und Vertreter der UWG aus dem Südkreis an dem Treffen teil. Am Mittwoch, 15. Juni, folgt eine zweite Runde, dann ist der CDU-Landratskandidat Frank Vehoff ab 19 Uhr im Landhaus Tapken in Sande Gast der Friesischen Freien Wählergruppen. Signale, dass die Gruppen anschließend gemeinsam eine Wahlempfehlung aussprechen, gibt es derzeit nicht. „Das steht bei uns nicht zur Debatte“, betonte der Kreisvorsitzende der SWG, Reimund Ruhnau.
