SANDKRUG - Der 37-Jährige gehörte zu einer Bande. Sie hatte Schäden in Millionenhöhe angerichtet.
Von Katrin Bendel
SANDKRUG - Dass ein Polizist eigentlich immer im Dienst ist, hat sich jetzt in Sandkrug auf erfreuliche Weise bewährt. In der Wochenendhaussiedlung am Barneführerholzweg hat die Polizei jetzt ein gesuchtes Mitglied einer Autoschieberbande festgenommen, gegen das ein Haftbefehl aus Deutschland und ein internationaler Haftbefehl mit einem Auslieferungsersuchen nach Polen bestand.Kriminalhauptkommissar Uwe Kolbe, der in Sandkrug wohnt, war am Tag vor der Festnahme in seiner Freizeit mit Tochter und Hund auf dem Rad unterwegs, als ihm der 37-jährige Pole in einem Auto auffiel. „Das Gesicht kam mir sofort bekannt vor“, sagte Kolbe im Gespräch mit der NWZ . Schon vor Wochen hatte er einen Hinweis darauf bekommen, dass der Gesuchte in der Siedlung untergeschlüpft sein soll. Ein Blick in die Fahndungsbilder bestätigte, dass es sich um den 37-Jährigen handelte. Als der 50-jährige Beamte an nächsten Tag erneut das Auto des Verdächtigen vor einem Haus stehen sah, schlugen die Polizisten der Inspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land zu. Auch Kolbe war bei der Festnahme dabei. Die Beamten klopften und forderten den Gesuchten auf, die Haustür zu öffnen. Der überraschte Pole gehorchte, schlaftrunken und in Unterhose, und leistete keinen Widerstand. Die
Autoschieberbande, zu der er gehörte, hatte Schäden in Millionenhöhe verursacht. Der Festgenommene hatte einen gefälschten Ausweis bei sich wurde schon seit mehr als einem Jahr gesucht. Während einige seiner Mittäter im Landkreis Oldenburg im vergangenen Jahr festgenommen worden waren, war ihm die Flucht gelungen.
Bei der Durchsuchung des Hauses fanden die Beamten größere Mengen Kosmetika, die jedoch bisher keiner Straftat zuzuordnen seien, hieß es bei der Polizei. Die Anschlussermittlungen laufen. Welche Rolle der Mann genau in der Autoschieberbande gespielt habe, sei noch unklar. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt nach Dortmund gebracht.
