Oldenburg - Zwischen der Oberschule Alexanderstraße und dem städtischen Schuldezernat knirscht es weiter gewaltig. Die schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Gesine Multhaupt, hielt der Verwaltung am Dienstag im Schulausschuss „Tricksereien“ vor, um Sanierungen an der Schule hinauszuschieben. Gegen diesen Vorwurf verwahrte sich Schuldezernentin Dagmar Sachse: „Das ist haltlos.“
Anlass für die SPD-Kritik war ein Bericht des Eigenbetriebs für Gebäudewirtschaft und Hochbau (EGH) über die 2015 geplanten Instandhaltungsmaßnahmen an Schulen. Darin heißt es, dass für die Oberschule Alexander-straße nach wie vor Grundlagen fehlen, um mit einer weitergehenden Sanierungsplanung beginnen zu können. „Weil die Zügigkeit noch nicht geklärt ist, liegt kein abgestimmtes Raumprogramm vor“, sagte EGH-Geschäftsbereichsleiter Bernard Krause.
Der Streit um die künftige Zügigkeit der Oberschulen schwelt schon länger. Der Schulausschuss war im vergangenen Jahr dem Verwaltungsvorschlag, die Eingangsklassen an den Standorten Alexanderstraße, Osternburg, Ofenerdiek und Eversten auf jeweils drei zu begrenzen, nicht gefolgt. Vor allem die Oberschule Alexanderstraße wehrt sich dagegen, die Vierzügigkeit aufzugeben. Der Bielefelder Professor Klaus-Jürgen Tillmann wurde daraufhin von der Stadtverwaltung mit einem Gutachten zur künftigen Entwicklung der Oberschulen beauftragt.
Die Expertise des Wissenschaftlers liegt nach Angaben des Schulausschussvorsitzenden Bernhard Ellberg (SPD) bereits seit einem halben Jahr vor. „Das muss jetzt zügig bewertet werden“, forderte er.
Der Grund dafür, warum das Gutachten nicht schon längst vorgestellt wurde und im Ausschuss die Grundlage für einen Beschluss über die Schulgrößen bilden konnte, ist kurios: „Im Februar sollte es dazu ein zweites Gespräch mit den Schulleitungen, Elternvertretungen und Schulausschussmitgliedern geben. Zwei Schulen haben den Veranstaltungsort aber nicht gefunden“, berichtete Schuldezernentin Dagmar Sachse. Bei dem Tagungsort handelte es sich dem Vernehmen nach um die Uni.
Nachholtermin ist nun der 16. März. Der Schulausschuss wird sich voraussichtlich am 5. Mai mit der Festlegung der Zügigkeit befassen.
SPD-Ratsfrau Gesine Multhaupt nannte es „unredlich“, die Themen Zügigkeit und Sanierung miteinander zu vermischen. „Deswegen kann man doch nicht ein Schulgebäude vernachlässigen“, empörte sie sich.
Auch Esther Niewerth-Baumann (CDU) fand es „nicht in Ordnung“, dass auf diese Weise versucht werde, Druck auszuüben. Für die CDU-Fraktion betonte sie, dass sie sich nicht auf eine Zügigkeit festlegen werde. Angebot und Nachfrage sollten die Schulgröße bestimmen. „Ein gewisser Konkurrenzkampf tut den Schulen gut“, meinte die Christdemokratin.
