SATERLAND - Die SPD-Landtagsfraktion hat bei ihrer Fraktionssitzung am Dienstag einen Entschließungsantrag zum Schutz des Niederdeutschen und der saterfriesischen Sprache beschlossen. In dem Antrag unter dem Titel: „Sprachencharta in Niedersachsen endlich umsetzen – 14 Antworten statt 140 Fragen“ werden 14 Maßnahmen angeführt, die dazu dienen sollen, die Regional- und Minderheitensprachen als deutlich wahrnehmbare Merkmale der kulturellen Vielfalt zu schützen.

„Das Land Niedersachsen hat mit seiner Unterschrift unter die Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen die Pflicht übernommen, diese Sprachen durch aktives Handeln zu bewahren. Dieser Aufgabe ist die Landesregierung bisher nur unzureichend nachgekommen“, sagte Daniela Behrens, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Die Sozialdemokraten fordern von der Landesregierung unter anderem, schon im Vorschulbereich Initiativen für das Niederdeutsche und Saterfriesische anzuregen und zu fördern, Niederdeutsch und Saterfriesisch verstärkt in die Aus- und Weiterbildungsangebote für Erzieherinnen und Erzieher aufzunehmen, die seit Jahren überfällige Fortschreibung des Erlasses „Die Region im Unterricht“ umgehend vorzulegen sowie die Professur für Niederdeutsche Sprache an der Universität Oldenburg langfristig abzusichern und zu einem Lehrstuhl auszubauen. So könnten angehende Lehrer auch später als „Seeltersk-Lehrer“ eingesetzt werden.

„Die wachsenden Defizite bei der Umsetzung der Charta für Regional- und Minderheitensprachen liegen auf der Hand. Sowohl das Institut für Niederdeutsche Sprache, das Expertenkomitee des Europarats und der Niedersächsische Heimatbund haben immer wieder dringenden Handlungsbedarf angeführt“, sagte Claus Peter Poppe, SPD-Abgeordneter und Vorsitzender des Kultusausschusses des Landtages.

„Es ist schon bemerkenswert, dass es erst unserer parlamentarischen Initiative zum Plattdeutschen bedurfte, um die SPD auf das Thema Regionalsprachen in Niedersachsen zu stoßen“ so Jens Nacke, Parlamentarische Geschäftsführer der niedersächsischen CDU-Landtagfraktion zum SPD-Antrag.