Berlin - Die Zeiten stark nach oben korrigierter Einnahmenprognosen für die Staatskassen sind vorerst vorbei. Bis zum Jahr 2016 können Bund, Länder und Kommunen kaum mit zusätzlichen Steuereinnahmen gegenüber bisherigen Planungen rechnen. Teils müssen die Mai-Prognosen zurückgeschraubt werden.

Das geht aus der Schätzvorlage des Bundes für die Beratungen der Steuerschätzer hervor, die am Montag in Frankfurt/Main begonnen haben. Immerhin: Bis zum Jahr 2017 könnten die Steuereinnahmen danach um rund 100 Milliarden Euro steigen im Vergleich zu diesem Jahr.

Bereits Ende voriger Woche war bekanntgeworden, dass der Bund in seiner Schätzvorlage keine größeren Korrekturen an der letzten Mai-Schätzung erwartet – mit Ausnahme der Prognose für 2012.

Danach könnte in diesem Jahr das Steueraufkommen von Bund, Ländern und Kommunen insgesamt erstmals über die Marke von 600 Milliarden Euro klettern.

Für die Folgejahre erwartet der Bund keine wesentlichen Abweichungen. So wird für 2013 und 2014 nur noch ein Zusatzplus von je 700 Millionen Euro gegenüber der Mai-Prognose erwartet – auf 618,8 beziehungsweise 642,8 Milliarden Euro.

2015 könnten sogar 500 Millionen Euro weniger in die Staatskassen fließen als bisher geplant. Erwartet werden laut Vorlage des Bundes nunmehr 664,2 Milliarden Euro. Für 2016 könnte die Korrektur nach unten aus Sicht des Bundes sogar noch stärker ausfallen – und zwar um rund 1,7 Milliarden auf dann 685,6 Milliarden Euro. Für 2017 geben die Experten erstmals eine Prognose ab: Der Bund rechnet dann mit Einnahmen von rund 706 Milliarden Euro.