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Kinderkrippe Klare Absage ans Betreuungsgeld

Wolfgang Loest

SCHIERBROK - Ob Eltern ihre Kinder in die Obhut von Erziehern geben oder zu Hause selbst betreuen, muss allein ihre Entscheidung sein. Die Politik habe sich einer Bewertung zu enthalten. Mit diesem Credo hat sich Ansgar Focke (MdL) am Montag beim Besuch der Krippe im Kindergarten Spatzennest dagegen ausgesprochen, das von der CDU/CSU/FDP-Koalition auf Bundesebene beschlossene Betreuungsgeld in bar auszuzahlen. Es sei besser, für die Betreuung kleiner Kinder zu Hause später bei der Rentenberechnung einen Bonus zu gewähren, erklärte der Ganderkeseer CDU-Politiker.

Focke zeigte sich zuversichtlich, dass im Landkreis Oldenburg ab Sommer nächsten Jahres für mindestens 35 Prozent der Kinder Betreuungsplätze zur Verfügung stehen. „Geld genug ist vorhanden, es muss nur abgerufen werden“, machte der Parlamentarier darauf aufmerksam, dass die niedersächsische Landesregierung ein weiteres Förderprogramm mit einem Volumen von 40 Millionen Euro aufgelegt hat.

Ganderkesee will noch zwei weitere Krippen-Gruppen mit jeweils 15 Plätzen einrichten, sagte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas, die Focke beim Besuch begleitete. Nach dem geeigneten Standort werde noch gesucht. Trotz der finanziellen Unterstützung des Landes seien die kommunalen Finanzen durchaus gefordert, um den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz zu erfüllen. Knapp 10 000 Euro pro Platz müsse die Gemeinde investieren – und die Folgekosten für den höheren Personalaufwand tragen.

In Ganderkesee gibt es pro Krippen-Gruppe drei Betreuungskräfte, eine freiwillige Leistung der Gemeinde, die vor Ort gut ankommt. „Wir sind dankbar, dass wir so verwöhnt werden“, formulierte Kita-Leiterin Corinna Wandel. Es gebe aber auch einen hohen pflegerischen Aufwand – vom Wickeln bis hin zur Betreuung beim gemeinsamen Essen. Und auch der emotionale Bereich dürfe nicht vergessen werden. „Kinder in dem Alter brauchen schon eine Kuscheleinheit mehr.“

Die Krippe sei „eine tolle Ergänzung des Kindergartens“, berichtete Corinna Wandel von ihren bisherigen Erfahrungen. Und außerdem seien die Krippen-Besucher die Kita-Kinder von morgen.

Ansgar Focke sagte, das Land müsse den Betreuungsschlüssel in den Krippen verbessern. Zwei Kräfte für 15 Kinder seien zu wenig. Es werde darüber diskutiert, entweder die Gruppengröße zu verringern oder – wie Ganderkesee es als freiwillige Leistung anbietet – das Personal zu erhöhen. Diese Lösung sei aus seiner Sicht die richtige, weil anderenfalls die Kommunen in der Pflicht wären, mehr Räume für kleinere Gruppen zur Verfügung zu stellen.

NWZ

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