Amerli/Bagdad - Die aus der Belagerung durch Extremisten befreiten Menschen in der irakischen Stadt Amerli sind auf sofortige Hilfe angewiesen. Hunderte Familien litten nach der Blockade durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Hunger, berichtete die irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria News am Montag unter Berufung auf einen lokalen Politiker. Viele Menschen seien erkrankt. Sie hätten über Wochen verunreinigtes Wasser aus versiegenden Brunnen trinken müssen.

Amerli und die umliegenden Dörfer waren am Sonntag bei einer gemeinsamen Offensive von kurdischen Peschmerga-Kämpfern und der irakischen Armee befreit worden. Nach Angaben des irakischen Staatssenders al-Iraqiya wurden dabei mindestens 100 IS-Kämpfer getötet. Die Extremisten hatten die Stadt zwei Monate lang belagert.

Peschmerga-Soldaten rückten am Wochenende an mehreren Fronten gegen IS-Stellungen vor. Nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw eroberten die Soldaten bereits am Sonnabend den strategisch wichtigen Ort Sumar nahe des Mossul-Damms. Am Sonntag kämpften kurdische Truppen zudem in der Region Sulaiman Bek. Dabei sei ein wichtiger IS-Anführer getötet worden, berichtete Rudaw.

Die US-Luftwaffe hatte nach Angaben des US-Zentralkommandos die Offensiven in Amerli und Sumar unterstützt. Vom Beginn ihres Einsatzes bis zum Sonntag haben die US-Streitkräfte eigenen Angaben zufolge 120 Luftangriffe im Irak geflogen.