Ganderkesee - Das Landkärtchen ist ein Schmetterling, der vorwiegend in lichten Wäldern lebt. Bei uns ist es die einzige Schmetterlingsart, die in zwei völlig unterschiedlich gefärbten Generationen auftritt.

Die Falter der Frühjahrsgeneration haben eine gelbbraun gefärbte Oberseite mit vielen schwarzen Flecken, die der häufigeren Sommergeneration haben eine schwarzbraune Grundfärbung. Beiden Generationen gemeinsam ist das gitterartige „Landkärtchen-Muster“ der Flügelunterseite.

Die Raupen leben bei uns gesellig auf den Blättern der Brennnessel an Waldrändern, Waldwegen und an Wallhecken. Sie sind zunächst im Mai und Juni zu beobachten. Aus ihren Puppen schlüpft die Sommergeneration der Schmetterlinge. Neue Raupen sieht man wieder im August und September. Die aus ihnen entstehenden Puppen überwintern.

Die Landkärtchen fliegen von Mitte April bis Ende August weit umher und sind auch in Gärten anzutreffen. Am besten sieht man die Falter im Hasbruch, insbesondere im Sommer an Wasserdost, Doldenblütlern und Disteln. Keine andere Tagfalterart findet sich so häufig an weißen Doldenblüten ein wie das Landkärtchen.

Zum Erhalt dieser Art ist es wichtig, dass während der Entwicklungszeit der Raupen von Mai bis September Brennnesselbestände zumindest kleinflächig entlang der Waldwege stehen bleiben. Ein radikales Mähen beider Wegränder zum gleichen Zeitpunkt führt zum Verschwinden der Art.