Elsfleth - Auf großes Interesse stieß der Infoabend zum Thema ehrenamtliche Flüchtlingspaten, den die Stadt Elsfleth und das Deutsche Rote Kreuz organisiert hatten. Mehr als 30 Interessierte hatten sich zu der Veranstaltung im Ratssaal des Elsflether Rathauses eingefunden.
Rund 15 Freiwillige konnten die Stadt und das DRK inzwischen in ihre Kartei aufnehmen, berichtete Peter Deyle, Kreisgeschäftsführer des DRK, erfreut. „Es ist ein verblüffender Erfolg“, sagte er, betonte aber gleichzeitig, dass interessierte Helfer sich auch weiterhin unbedingt bei der Stadt Elsfleth oder beim DRK melden sollten.
Auch Bürgermeisterin Traute von der Kammer freute sich über die große Resonanz. Sie lobte die Spendenbereitschaft in der Kommune, wies aber auch auf die Probleme hin. Denn viele der hauptamtlichen Helfer seien nun beispielsweise durch Aufgaben wie die Sortierung der eingegangen Spenden gebunden. Um so mehr seien die Institutionen und Organisationen deshalb auf ehrenamtliche Mithilfe angewiesen, machte von der Kammer deutlich.
Helferkartei erstellen
Ziel der Veranstaltung war es, eine Kartei ehrenamtlicher Helfer zu erstellen. Zu diesem Zweck verteilten die Organisatoren Karteiblätter, auf denen die interessierten Helfer ihre Kontaktdaten sowie Angaben zur Zeit, die sie für die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit zur Verfügung haben und welche Aufgaben sie übernehmen würden, eintragen konnten.
Während diese Steckbriefe und diverses Infomaterial die Runde durch den Ratssaal machten, stellten die Bürgermeisterin und Vertreter verschiedener Einrichtungen, die derzeit direkt mit den Flüchtlingen in Kontakt stehen, die Situation noch einmal dar und berichteten von ihren Erfahrungen.
Kaum zu bewältigen
Stefanie Meyer, die beim Landkreis für Migration und Teilhabe zuständig ist, machte deutlich, wie wichtig die ehrenamtliche Hilfe angesichts der weiter steigenden Flüchtlingszahlen sei. „Als Hauptamtliche können wir die Aufgaben in dem Maße gar nicht mehr bewältigen“, sagte sie klar.
Auch die einzige Flüchtlingssozialarbeiterin im Landkreis, Arid Bajohr vom Verein für interkulturelle Arbeit Refugium Wesermarsch, erzählte von ihrer Arbeit. Bei derzeit über 600 Flüchtlingen im Landkreis blieben ihr hochgerechnet gerade einmal 10 Minuten pro Person, sagte sie. Doch viele Flüchtlinge hätten vor allem allgemeine Fragen, die beispielsweise durch ehrenamtliche Flüchtlingspaten schnell geklärt werden könnten.
Und genau darum ginge es, sagte Peter Deyle. Um Nachbarschaftshilfe. Doch auch die Ehrenamtlichen stünden nicht alleine da, versicherte Deyle. „Die Helfer müssen natürlich auf die Situation vorbereitet werden, zum Beispiel darauf, wie sie mit Trennungsschmerz umgehen, oder mit Menschen, die kriegstraumatische Erlebnisse hatten.“ Auch für die Ehrenamtlichen wird es konkrete Ansprechpartner geben.
