Kirchhatten - Neue Angebote in der Kinderbetreuung brauchen Zeit, bis sie von der breiten Mehrheit akzeptiert worden sind. Auf diese Erfahrung setzt die Gemeinde Hatten bei der Entscheidung über die künftige nachschulische Betreuung an der Grundschule Kirchhatten.

Bislang ist die Nachfrage seitens der Eltern für die Nachmittagsstunden von 14 bis 16 Uhr äußerst gering. Während bis 14.05 Uhr wochentags zwischen 16 und 22 Kinder von pädagogischen Fachkräften betreut werden, sind es danach im besten Fall fünf Kinder (donnerstags), freitags ist es sogar nur eines.

Die Gemeindeverwaltung forderte deshalb und angesichts der Tatsache, dass eine Betreuungskraft zum Sommer gekündigt hat, vom Schul-, Bildungs- und Kulturausschuss eine Rückmeldung, wie es nach Auffassung der Fraktionen in Zukunft weitergehen soll.

Die waren sich weitestgehend einig: Es sei noch viel zu früh, ein endgültiges Urteil über das erst im September 2015 eingeführte Angebot zu urteilen. „So etwas braucht immer eine gewissen Entwicklungszeit“, ist Elternvertreter Oliver Toth überzeugt. Dafür, das Angebot auch nach den Sommerferien für das sich dann anschließende Schuljahr in vollem Umfang fortzusetzen, sprachen sich unter anderem Petra Schütte-Lange (FDP), Siegfried Dose und Gabriele Müller (SPD) aus. Bernhard Collin (CDU) war bei dem Thema – wie grundsätzlich seine Fraktion – skeptischer. „Die Zahlen zeigen, dass ab 15 Uhr keine Betreuung notwendig ist“, so der Streekermoorer.

Die Beschlussempfehlung des Ausschusses an den Verwaltungsausschuss lautet, die nachschulische Betreuung bis zum Ende des Schuljahres 2016/17 anzubieten. Mit Ausnahme der beiden CDU-Ratsherren, die sich enthielten, stimmte der Ausschuss für diesen Vorschlag. Bürgermeister Christian Pundt will nach Ablauf der Frist handeln. „Wenn es gar nicht läuft, dann werden wir die Konsequenzen ziehen.“