Schortens - Rund 320 Flüchtlinge leben aktuell in Schortens, darunter etwa 150 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Von den jungen Erwachsenen und Erwachsenen seien etwa 100 in Arbeit oder Ausbildung, berichtete Gisela Sandstede von der Schortenser Integrationslotsengemeinschaft im Sozialausschuss der Stadt. Die Quote könnte noch um einiges besser sein, wenn die Stadt die Zusammenarbeit mit der Handelskammer, der Handwerkskammer und dem Jobcenter intensivieren würde. „Viele unserer Neubürger werden nur betreut. Man muss sie mehr fördern und fordern“, meint Sandstede.

Sie berichtete von einem jungen Mann, der 15 bis 20 Bewerbungen geschrieben und nur Absagen erhalten habe und entsprechend frustriert war. Dann klemmte sich ein Integrationslotse zusammen mit der Handwerkskammer dahinter – mit Erfolg. Inzwischen arbeitet der junge Flüchtling als Kfz-Mechatroniker bei einem hiesigen Autohaus.

Die jungen Migranten in Ausbildung und Arbeit zu vermitteln, sei ein Hauptanliegen der Integrationslotsen. Hans-Jürgen Gen­nert berichtete dem Ausschuss, dass dafür mehr PCs benötigt werden, um mit den Flüchtlingen Bewerbungen zu schreiben. Es gebe zwar einige Rechner im „Pferdestall“, doch die müssten aufgerüstet werden. Die Lotsengemeinschaft hofft zudem auf Firmen, die ihre Rechner erneuern und die ihre ausgemusterten Geräte dem Verein zur Verfügung stellen könnten. In der sozialen Werkstatt könnten die dann aufbereitet werden.

Aktuell hat die Integrationslotsengemeinschaft 20 bis 30 aktive Lotsen, sagte Sandstede. Viele seien allerdings ausgepowert. „Bürger, die als Lotsen aktiv werden wollen, sind uns daher immer willkommen.“

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever