Schortens - Die Alternative für Deutschland (AfD) hat am Sonntag ihren Kandidaten im Bundestagswahlkreis 26 Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund aufgestellt. Im Bürgerhaus Schortens stimmten 25 der 26 stimmberechtigten Mitglieder aus den drei Kreisverbänden für den Bewerber Joachim Wundrak (65).

Der ehemalige General hat sehr gute Chancen, am 26. September in den Bundestag gewählt zu werden – auch wenn er den Wahlkreis 26 nicht direkt für sich gewinnen sollte. Wundrak führt die Landesliste der AfD Niedersachsen an. Sollte die AfD die Fünf-Prozent-Hürde im Land nehmen, ist ihm ein Platz in Berlin sicher.

Von seiner Kandidatur in der Jade-Region verspricht sich der im Landkreis Schaumburg bei Hannover lebende Kandidat ein „gutes Ergebnis für die AfD“, das mindestens zweistellig sein soll. Die drei Kreisvorsitzenden der Kreisverbände Friesland (Susann Posnien), Wilhelmshaven (Thorsten Moriße) und Wittmund (Achim Postert), die zusammen 74 Mitglieder vertreten, hätten ihn angesprochen, ob er diese Aufgabe nicht übernehmen wolle. Mit Blick auf die große Bedeutung, die die Bundeswehr für den Wahlkreis spiele, habe er zugesagt. Sicherheitspolitik sei seine Kernkompetenz. Unabhängig vom Ergebnis vor Ort werde es sich als Bundestagsabgeordneter künftig für den Wahlkreis einsetzen.

Wundrak, verheirateter Vater von zwei erwachsenen Kindern, stammt gebürtig aus Nordrhein-Westfalen. Beruflich war der Luftwaffenoffizier 44 Jahre lang bei der Bundeswehr aktiv, die er im Herbst 2018 im Rang eines Generalleutnants verließ. Er gilt als ranghöchster ehemaliger Soldat, der sich in der AfD engagiert.

Trotz aller Probleme der Bundeswehr habe er „bis zum letzten Tag engagiert und motiviert“ seinen Dienst versehen. Opposition gehöre ins Parlament. Dort wollte er künftig das Grundgesetz schützen und sich für Freiheit, Vernunft und Verantwortung einsetzen. Wundrak warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Bundesregierung vor, mit ihrer Globalisierungs-Politik die deutsche Souveränität zu gefährden. Man übertrage immer mehr Verantwortung an die undemokratische Europäische Union mit ihrem Pseudoparlament. Der deutschen Wirtschaft drohe ein Ausverkauf an chinesische Investoren. Der Verzicht auf die Sicherung der Grenzen habe aus Deutschland einen Treffpunkt von Taugenichtsen aus aller Welt gemacht. Die rasante Zunahme der Staatsverschuldung gehe mit einer Umverteilung der Vermögen einher. Der AfD-Kandidat warnt: „Der Verteidigungshaushalt darf nicht wieder zum Steinbruch für finanzielle Probleme werden.“

Wundrak erteile „markigen Sprüchen“ und „Phrasendrescherei“ aus den eigenen Reihen eine Absage. Wer Mehrheiten erreichen wolle, müsse die bürgerliche Mitte gewinnen und kompromissbereit sein. Klar in Opposition steht der AfD-Kandidat zur derzeitigen Corona-Politik. „Da werden Millionen von gesunden Menschen in Quarantäne geschickt, statt sich darauf zu konzentrieren, Menschen mit einem geschwächten Immunsystem zu schützen.“