Schortens - Die Stadt Schortens steht schon wieder ohne Gleichstellungsbeauftragte da: Antje Schlehenbecker, die die Stelle erst Anfang des Jahres angetreten hatte, hat nach nur vier Monaten gekündigt und um eine Aufhebung des Vertrages gebeten.

„Persönliche Gründe“ sind laut Anja Müller von der Stadt Schortens der Grund für die Kündigung gewesen. Die Stadt hat die Stelle nun erneut ausgeschrieben, als Halbtagsstelle mit 19,5 Wochenstunden. „Wir hoffen, die Stelle bis zum Herbst wieder besetzen zu können“, so Anja Müller. In der Zwischenzeit soll die Gleichstellung von der Sozialarbeit der Stadt Schortens übernommen werden.

Diplompädagogin Antje Schlehenbecker, die ursprünglich aus der Nähe von Mainz kommt, lebt in Großefehn im Kreis Aurich. Vermutlich war die Distanz und die damit verbundene Fahrerei nach Schortens für eine Halbtagsstelle mit 19,5 Wochenstunden doch zu groß.

Auch Vorgängerin Julia Ingensiep blieb als hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte nur gut ein Jahr – von Mitte 2013 bis Mitte 2014 bis zu ihrem Mutterschutz. Danach übernahm Tanja Stamer vom Bürgerservice der Stadt Schortens die Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragten kommissarisch – für mehr als drei Jahre.

Schortens muss als Stadt mit mehr als 20 000 Einwohnern eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte beschäftigen, so Anja Müller. Dazu sei man gesetzlich verpflichtet.

Zu den Aufgaben einer Gleichstellungsbeauftragten gehören Schwerpunktthemen wie die Integration von Migranten, das Erarbeiten von Konzepten zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zur Bekämpfung der Altersarmut, zum Gewaltschutz und dem demografischer Wandel. Regelmäßige Sprechstunden sowie Hilfs- und Beratungsangebote gehören ebenfalls zu den Aufgaben. Auch Bildungs- und Fortbildungsveranstaltungen zur Verbesserung der Gleichstellung zählen dazu.