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NWZonline.de Nachrichten Politik

Yes Oder No Zur Unabhängigkeit?: Schottland fiebert dem Wahlergebnis entgegen

19.09.2014

Edinburgh Schottlands Wähler haben am Donnerstag in hellen Scharen über die Unabhängigkeit ihres Landes von Großbritannien entschieden. Bereits vor Öffnung der Abstimmungslokale standen die Wähler Schlange, um auf die Frage zu antworten „Soll Schottland ein unabhängiges Land sein?“ In Umfragen lagen Befürworter und Gegner einer Unabhängigkeit bis zuletzt nahezu gleichauf. Das Ergebnis wird für Freitagmorgen erwartet.

Mehr als 4,2 Millionen Schotten und damit 97 Prozent der Wahlberechtigten hatten sich für den Volksentscheid registrieren lassen. Erstmals waren auch 16- und 17-Jährige zugelassen.

In der Hauptstadt Edinburgh warteten viele Wähler schon am Morgen in stiller Aufregung vor den Wahllokalen. Die 83-jährige Isabelle Smith aus dem Stadtviertel Newhaven sagte, sie habe 50 Jahre für diesen Tag gekämpft. „Wir werden gewinnen. Ich fühle es in meinen Knochen“, sagte die Unabhängigkeitsbefürworterin.

Der Finanzberater Michael MacPhee stimmte mit Nein und sagte, eine Unabhängigkeit Schottlands sei die dämlichste Idee, von der er je gehört habe. Er warte mit Sorge auf die Abstimmungsergebnisse.

Der schottische Regierungschef Alex Salmond, der die Bewegung für die staatliche Eigenständigkeit anführt, stimmte in seinem Heimatort im Nordosten Schottlands ab. Er hatte bis zum Schluss um Unterstützung geworben. „Das ist die Chance Eures Lebens - und wir müssen sie mit beiden Händen ergreifen“, sagte er in seiner letzten Wahlkampfrede am Mittwochabend.

Alistair Darling, Wortführer der Unabhängigkeitsgegner, riet den Schotten dagegen, mit „Nein“ zu stimmen. „Wenn wir für den Austritt stimmen, gibt es kein Zurück“, warnte er. Auch der britische Ex-Premierminister Gordon Brown sprach sich gegen eine Abspaltung aus. Bei dem Votum gehe es nicht darum, ob Schottland eine Nation sei, sondern darum, ob es jegliche Verbindung zum Rest Großbritanniens durchtrennen wolle.

Die Befürworter der Unabhängigkeit verzeichneten in letzter Minute noch einen prominenten Unterstützer. Der frühere Wimbledonsieger Andy Murray schrieb seinen 2,7 Millionen Followern auf Twitter: „Großer Tag für Schottland. Die Negativität der No-Kampagne hat meine Sicht darauf komplett beeinflusst.“ Murray ist zwar Schotte, wohnt aber in England, so dass er nicht mit abstimmen darf.

Der intensive Wahlkampf hat eine beispiellose öffentliche Debatte ausgelöst. Besonders die Befürworter der Unabhängigkeit sprachen junge Leute und enttäuschte Arbeiter an. Das Straßenbild spiegelte vielerorts den Kampf um die Herzen und Köpfe der Schotten wider: „Yes Scotland“-Poster und „Nein, danke“-Transparente hingen in den Fenstern, Sticker an den Jacken und Flugblätter an den Häuserwänden. Wahlkampfautos fuhren bis zuletzt auf den Straßen und beschallten die Passanten mit Liedern und Parolen.

Die letzte Umfrage des Marktforschungsinstituts Ipsos MORI sah das Lager der Gegner einer Abspaltung bei 53 Prozent, die Befürworter bei 47 Prozent. Die Fehlerquote lag aber bei drei Prozentpunkten.

Die Wahllokale sollten um 23.00 Uhr deutscher Zeit schließen. Danach sollen die Wahlzettel in 32 Auszählungszentren ausgewertet werden. Besonders Abspaltungsbefürworter wollten die ganze Nacht auf das Ergebnis warten, einige von ihnen auf dem Calton Hill, einem Wahrzeichen Edinburghs. Viele Bars hatten ihre Öffnungszeiten verlängert.

Sollten die Schotten tatsächlich mit „Ja“ stimmen, müssten Edinburgh und London über viele offene Fragen verhandeln - unter anderem die Währung eines unabhängigen Schottlands, seinen Status in EU und Nato und die Zukunft der britischen Atom-U-Boote, die in einem schottischen Hafen liegen.

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