Hude - Silas (12), Jan (14) und Tim (13) gehörten zu den insgesamt 23 Schülerinnen und Schülern der Peter-Ustinov-Schule, die Ende 2014 die Haussammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Hude unterstützten. Und sie können sich vorstellen, das auch bei der nächsten Aktion wieder zu machen, sagten die drei Jungen am Mittwochvormittag.

Mit Sammelbüchse und Ausweis ausgestattet hatten die elf Mädchen und zwölf Jungen aus den siebten und achten Klassen der Schule an den Haustüren geklingelt, und um eine Spende für die Arbeit der Kriegsgräberfürsorge gebeten. Sie machten dabei viele positive Erfahrungen, stießen gelegentlich aber auch schon mal auf Ablehnung. „Als wir klingelten, ging plötzlich das Licht aus und keiner machte auf“, erzählten Silas, Jan und Tim, die als Dreier-Team unterwegs waren.

Der Einsatz der Schülerinnen und Schüler hat sich gelohnt. Rund 800 Euro wanderten in ihre Sammelbüchsen. Und das, obwohl die Sammelzeit aufgrund der späten Herbstferien dieses Mal sehr kurz war, wie Dieter Holsten, Beauftragter des Volksbundes in Hude, feststellte.

Die Peter-Ustinov-Schule unterstützt neben den örtlichen Reservisten die Sammelaktion schon seit vielen Jahren. Das dritte Mal dankte der Volksbund den jungen freiwilligen Helferinnen und Helfern mit einer extra Urkunde, unterschrieben vom Kreisvorsitzenden und Landrat Carsten Harings. „Für die Verdienste um das Werk der Kriegsgräberfürsorge, das der Verständigung und der Erhaltung des Friedens dient“, werde Dank und Anerkennung ausgesprochen, heißt es.

Es sei toll, dass sich die Jungen und Mädchen freiwillig engagierten, sagte Lehrerin Julia Müller. „Das ist für mich nicht selbstverständlich“, schloss sich Evelyn Kremer-Taudien, Geschäftsführerin des Volksbund-Bezirksverbandes, an. Es sei wichtig, dass sich gerade die jungen Leute mit der Vergangenheit und der Geschichte ihres Landes beschäftigten. „Seit 70 Jahren dürfen wir Gott sei Dank in Frieden leben“, sagte Kremer-Taudien und verwies zugleich auf die vielen aktuellen Kriege und Krisen in der Welt, wo Menschen Angst um ihr Leben haben und die Flucht ergreifen.

„Wir dürfen auf keinen Fall vergessen, was es für uns bedeutet, dass wir in Frieden leben können“, sagte auch Dieter Holsten. Die Wahrnehmung von Geschichte durch die Schüler im Zuge der Beteiligung an dieser Aktion sei wichtig, betonte Schulleiter Nico Rettcher. Dabei gehe es nicht darum, Schuldgefühle zu vermitteln, sondern das Bewusstsein für die deutsche Vergangenheit zu bewahren. Dass sich junge Leute für die Arbeit des Volksbundes engagierten, sei ein positives Signal.

Die Schülerinnen und Schüler haben auch für sich eine Menge mitgenommen, ist Volksbund-Geschäftsführerin Kremer-Taudien überzeugt.

Die Urkunde, die die Bereitschaft der jungen Leute würdige, sich auch über das tägliche Maß hinaus zu engagieren, mache sich auch gut für spätere Bewerbungsunterlagen, stellte die Volksbund-Vertreterin außerdem fest.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude