Nairobi - In Kenias Hauptstadt Nairobi ist es erneut zu gewalttätigen Protesten gekommen. Am Montag gingen Hunderte Menschen auf die Straße, um gegen die Wahlkommission (IEBC) zu demonstrieren. Die Opposition wirft der Behörde vor, parteiisch zu sein. Die nächsten Wahlen sind im August 2017 geplant.
Demonstranten in dem Slum Kibera, einer Hochburg der Opposition, zündeten Autoreifen auf Straßenkreuzungen an und bewarfen Sicherheitskräfte mit Steinen. Diese antworteten mit Tränengas, Wasserwerfern und teilweise mit Gewehrfeuer.
„Seit den Morgenstunden hat es hier laufend Gefechte gegeben“, sagte Enos Maloba, stellvertretender Einsatzleiter der Spezialeinheit vor Ort in Kibera. Die Lage sei ernst und werde sich so schnell nicht lösen lassen, sagte Maloba. Er stritt ab, dass die Streitkräfte auch scharfe Munition verwendeten. Doch es waren zahlreiche Patronenhülsen zu sehen.
Auch in anderen Teilen des ostafrikanischen Landes war es am Montag zu Demonstrationen gekommen. Nach Berichten von Augenzeugensollen Dutzende Menschen verletzt und mehrere Menschen von den Sicherheitskräften getötet worden sein. Diese Informationen ließen sich zunächst nicht bestätigen.
Die Demonstranten fürchten, dass es bei den Präsidenten- und Parlamentswahlen 2017 nicht fair zugehen werde. „Wir wollen die IEBC nicht“, sagte Demonstrant Joshua Ochieng Obiero in Nairobi. Bereits in der vergangenen Woche ging die Polizei mit brutaler Gewalt gegen Demonstranten vor. Zwei Menschen sollen nach Augenzeugenberichten erschossen worden sein.
