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NWZonline.de Nachrichten Politik

Schwäbischer Schnellsprecher in Brüssel

26.10.2009

STUTTGART Ausgerechnet Ministerpräsident Günther Oettinger setzt sich seit langem dafür ein, dass Deutsch offizielle Arbeitssprache in der EU wird. Dabei werben die Baden-Württemberger immer damit, alles zu können – „außer Hochdeutsch“. Künftig muss sich der schwäbische Schnellredner als EU-Kommissar im vielsprachigen Brüssel beweisen. Anhänger jubeln, der 56-jährige Wirtschafts- und Finanzexperte sei „ein brillanter Kopf“, Kritiker halten ihn schlicht für überfordert.

Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, Oettinger werde womöglich demnächst gestürzt. In Berlin fehlte ihm Durchschlagskraft, in Stuttgart litt sein Ansehen. Bei den Koalitionsverhandlungen hinterließ Oettinger in der Arbeitsgruppe Wirtschaft wenig Spuren. Und so setzte Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die seit langem mit Oettinger über Kreuz liegt, wohl zum Befreiungsschlag an. Und sorgte damit für Unmut in Brüssel.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat mit Unverständnis auf die Nominierung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten reagiert. Barroso habe sich am Sonnabend telefonisch bei deutschen Europapolitikern nach der Personalie erkundigt. In einem Telefonat habe er gefragt: „Was soll das?“ Auch EU-Abgeordnete äußerten Zweifel. „Oettingers Bestätigung ist kein Selbstläufer“, sagte etwa der FDP-Parlamentarier Alexander Graf Lambsdorff.

In der CDU gilt Oettinger schon lange als ein Risikofaktor. Jüngstes Beispiel: Kurz vor der Bundestagswahl sorgte er mit Gedankenspielen über eine höhere Mehrwertsteuer parteiintern für Ärger. Auch schon früher wackelte Oettingers Stuhl immer wieder mal. Am heftigsten war es 2007, als er in einer Trauerrede den früheren Ministerpräsidenten Hans Filbinger von dessen NS-Vergangenheit reinwaschen wollte. Bundeskanzlerin Angela Merkel zwang ihn zu einem Widerruf.

Überhaupt war 2007 sein Schreckensjahr: Der Jurist trennte sich von seiner Frau Inken. Seit einem Jahr zeigt sich Oettinger mit der Hamburger PR-Frau Friederike Beyer, die 24 Jahre jünger ist als er. Immerhin gelang ihm 2008 etwas, wofür ihn viele beneiden: Nach 36 Jahren schaffte Baden-Württemberg die schwarze Null im Haushalt. Dadurch angespornt, legte er sich in der Föderalismuskommission II als Co-Vorsitzender für eine effektive Schuldenbremse ins Zeug.

Doch an Fettnäpfchen kommt er nicht vorbei: Unvergessen sind Fotos, die den feierfreudigen Oettinger mit einer Brille aus Teesieben zeigen. Doch Oettinger lässt Kritik an sich abperlen.

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