Die Schwarzgeldaffäre der hessischen CDU zählt zu den großen politischen Skandalen der vergangenen Jahrzehnte. Anfang 2000 kam ans Licht, dass der frühere Innenminister Manfred Kanther, der ehemalige Schatzmeister Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein und der frühere CDU-Finanzberater Horst Weyrauch seit Ende 1983 eine geheime Kasse in der Schweiz unterhielten. Die Erträge schleusten sie über Jahre hinweg in verschiedene Parteiaktivitäten. Besonderen Anstoß erregte, dass Wittgenstein einige der Transaktionen als anonyme Vermächtnisse jüdischer Gönner ausgab. Das Landgericht Wiesbaden verurteilte Kanther deswegen am 18. April 2005 zu 18 Monaten Haft auf Bewährung und 25 000 Euro Geldauflage. Weyrauch erhielt wegen Beihilfe eine Geldstrafe von 61 200 Euro. Der Bundesgerichtshof hob die Urteile teilweise auf.
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