Berlin/Schwerin - Ausgerechnet am Weltfrauentag! Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig ist am Dienstag zum zweiten Mal Mama geworden. Die SPD-Politikerin brachte im Schweriner Helios-Krankenhaus Töchterchen Julia zur Welt – 53 Zentimeter groß und 3420 Gramm schwer. Mutter und Kind sind wohlauf.
„Mein Mann und ich sind unsagbar glücklich. Unser Sohn Julian freut sich sehr über seine kleine Schwester“, erklärte Schwesig. „Wir alle freuen uns nun darauf, gemeinsam Zeit mit der Familie zu verbringen und Julia in unserem Leben willkommen zu heißen.“ Die Familienministerin im Baby-Glück. Bis Anfang Mai will sie pausieren, dann aber wieder auf die Berliner Polit-Bühne zurückkehren. Schwesig-Ehemann Stefan nimmt Elternzeit.
Baby-Wickeln in Schwerin statt Stress in Berlin, Kindergeschrei statt Kabinettssaal – die 41-jährige SPD-Politikerin, die für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine partnerschaftliche Aufgabenverteilung zwischen Männern und Frauen kämpft, hat sich gut vorbereitet. „Ja, ich freue mich sehr auf den Mutterschutz und die Zeit, wenn das Baby da ist“, hatte sie sich im Januar in den Mutterschutz verabschiedet. Hinter den Kulissen war sie auch in den letzten Wochen präsent, telefonierte mit Mitarbeitern und gab die Richtung für die Haushaltsverhandlungen vor.
Glückwünsche und Gratulationen für Schwesig. Kabinettskollegen melden sich per SMS oder schicken Botschaften in den sozialen Netzwerken. „Der kleinen Julia eine unbeschwerte Kindheit und ein spannendes, erfülltes Leben!“, wünscht Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU). „Wie sollte es anders sein: Du bekommst Deine kleine Tochter am Internationalen Frauentag“, reagiert SPD-Chef Sigmar Gabriel mit allen guten Wünschen „für das neue Erdenkind“.
Genießen will sie die Zeit ohne Termindruck – jetzt mit Baby und Familie. Ihr Staatssekretär Ralf Kleindiek, ein erfahrener Beamter, wird sie weiter vertreten. Mit SPD-Chef Gabriel hat Schwesig alles Notwendige durchgesprochen. Für den Notfall will die Ministerin telefonisch erreichbar sein. „Ich bin ja nicht aus der Welt“, sagt die SPD-Politikerin. Sie gilt als eine der großen Hoffnungsträgerinnen ihrer Partei und hat seit 2013 das Feld der Familienpolitik für die Genossen erfolgreich bestellt. In der Union beäugt man sie deshalb kritisch.
Das Polit-Comeback in Berlin – ab dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit – wird nicht leicht. Baby-Mama und Ministerin, Stillen und Spitzenpolitik – ja, das geht, so ihre Botschaft. Doch Schwesigs Geschichte weckt Erinnerungen. Zunächst einmal an ihre Vorgängerin Kristina Schröder, die als erste Bundesministerin während ihrer Amtszeit ein Kind bekam. Die CDU-Politikerin gab ihr Ministeramt jedoch nach einiger Zeit auf, weil sie mehr Zeit für ihre Tochter haben wollte.
Wie will sie es schaffen, den Spitzen-Job in der Berliner Politik mit den neuen Familien-Pflichten unter einen Hut zu bringen? Ehemann Stefan, der als Geschäftsführer bei einer Entsorgungsfirma tätig ist, will seiner Frau den Rücken freihalten. Die Rollenverteilung ist ganz klar. „Als unser Sohn zur Welt kam, war mein Mann beruflich sehr eingespannt, da bin ich in Elternzeit gegangen. Jetzt nimmt er sie“, erzählte die Ministerin.
