München - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat das Krisenmanagement seiner Staatskanzleichefin Christine Haderthauer in der „Modellbau-Affäre“ erneut kritisiert und von ihr eine rasche Aufklärung der Vorwürfe gefordert. Manches, was die Ministerin in den vergangenen Tagen geäußert habe, sei nicht hilfreich und klug gewesen, sagte der CSU-Vorsitzende dem Bayerischen Fernsehen und dem ZDF am Wochenende.
Gegen Haderthauer wird wegen Betrugsverdachts ermittelt. Es geht um den Vorwurf, dass der französische Geschäftsmann Roger Ponton von Haderthauer und ihrem Ehemann bei dem Unternehmen Sapor Modelltechnik um mehr als 30 300 Euro geprellt wurde. Die Staatsanwaltschaft München II hatte am Freitag keine Prognose abgeben wollen, wie lange die Überprüfung der Betrugsvorwürfe noch dauern könnte.
Die bayerische Opposition hatte Seehofer mehrfach aufgefordert, Haderthauer angesichts der Vorwürfe aus dem Kabinett zu entlassen. Seehofer riet Haderthauer im ZDF-„Sommerinterview“, sie solle bei der Staatsanwaltschaft versuchen, die Vorwürfe zu entkräften, und diese nicht in der Öffentlichkeit diskutieren. Als Regierungschef sei ihm wichtig, dass möglichst bald Klarheit herrsche, denn auf Dauer beeinträchtigten die Vorwürfe die Arbeit seines Kabinetts, sagte er dem BR-Fernsehen. Seehofer sagte auch, er wolle an Haderthauer festhalten.
