Bösel - Vor fünf Jahren war die Konstellation ähnlich: Während ganz Bösel im Zeichen Europas die Euro-Musiktage feierte, stand einigen Politikern der Mut so gar nicht nach Feiern. Die CDU kam auf 68,562 Prozent der Stimmen – 13 Kandidaten kamen über die Personenwahl in den Gemeinderat, die Liste zog bei Erhard Henken. Für die SPD (25,07 Prozent) standen am Ende fünf Sitze im Rat zu Buche, allesamt per Personenwahl. Und für die FDP (6,40 Prozent) gab es einen Sitz im Gemeinderat. Das beste aller Ergebnisse erzielte Ludger Beeken mit 770 Stimmen.
Auch an diesem Sonntag gilt Beeken als sichere Bank, wenngleich er das nicht gelten lässt. „Ich muss erst gewählt werden.“ Gleichwohl beschäftigt er sich gedanklich schon mit einer weiteren Kommunalwahl. „Ich habe noch genauso viel Lust und Freude an der Ratsarbeit wie vor 25 Jahren“, sagt Ludger Beeken. 1991 zog er erstmals ins „Gemeindeparlament“ ein.
Dass er bei dieser Wahl erneut seinen Hut in den Ring wirft, ist vor allem seiner Frau Renate zu verdanken. Denn schon vor Jahren hatte Ludger Beeken ihr versprochen, nach 25 Jahren im Rat aufzuhören. Dass sie ihm die erneute Kandidatur doch „erlaubte“, dafür ist Ludger Beeken „sehr dankbar“.
Ungerechtigkeit – das war für Ludger Beeken der Antrieb, sich politisch zu engagieren. Kurz nachdem er in Bösel gebaut hatte, wollte der damalige Gemeindedirektor schon Anliegerbeiträge kassieren. Die wurden üblicherweise immer erst gezahlt, nachdem die Straßen auch endausgebaut waren. Beeken trommelte die Anlieger zusammen. Unter dem Strich mussten die Anlieger erst deutlich später zahlen.
Nach diesem Michael-Kolhaas-Auftritt fragte der damalige CDU-Ortsvorsitzende Aloys Gelhaus – und Ludger Beeken musste nicht lange überlegen. Das ist jetzt 25 Jahre her. Seine Erfahrung von damals gilt aber noch immer: „Man kann durchaus etwas erreichen, wenn man sich aktiv einmischt.“
In der Böseler Politik herrsche ein faires Miteinander, sagt Ludger Beeken, der auch unruhigere Zeiten miterlebt hat. Für „One-Man-Shows“ hat er nicht viel übrig. Gemeinsam für Bösel etwas erreichen – darum geht es dem 59-Jährigen. In den 70er, 80er Jahren etwa habe es Bösel verpasst, Gewerbeansiedlungen zu strukturieren. Deshalb sei die Gemeinde heute so zerstückelt. Für ihn steht der Straßen-und Wegeausbau in der Gemeinde aber ganz oben auf der Agenda.
