NWZ
, der Seniorenbeirat sei „kein Belustigungsverein auf Gemeindeebene, sondern möchte ungebunden von Parteien politisch agieren und den Finger immer wieder in die Wunde legen, wenn es um die Interessen der älteren Barßeler geht.“Keine Ausschusssitze
Konkret macht Werner Reckling seine Kritik an der gescheiterten Mitarbeit des Seniorenbeirates in den Fachausschüssen des Gemeinderates fest. So hätten die Ratsfraktionen die Personalvorschläge des Seniorenbeirates abgelehnt. Stattdessen habe der „Parteienproporz“ eine übergeordnete Rolle gespielt. Der Seniorenbeirat habe mit Elisabeth Doßmann und Günther Reinecke zwei Mitglieder aus seinen Reihen als hinzugewählte Personen für den Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Soziales benannt. Entsandt worden sei dann von der SPD deren Mitglied Renate Hagel. Hagel gehöre zwar auch dem Seniorenbeirat an, sei jedoch über die Partei vorgeschlagen worden. Werner Reckling: „Auch die CDU hat ihre eigenen Kandidaten durchgesetzt. Wir hatten mit unseren Leuten keine Chance.“
Auch für den Ausschuss für Wirtschaft, Planung und Umwelt hatte der Seniorenbeirat eigene Personalvorstellungen. Umgesetzt wurden die jedoch nicht, beklagt Reckling. Mit Johann Stachowiak sitze nun ein Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen als hinzugewählte Person im Ausschuss. Auch Stachowiak gehöre zwar dem Seniorenbeirat an, sei jedoch ebenfalls über die Partei benannt worden.
Während die Gemeindeverwaltung den Seniorenbeirat nach Kräften beispielsweise bei der Planung der Seniorenwoche im Juni unterstütze, fehle es an Anerkennung und Hilfe durch den Rat. Bislang sei der Seniorenbeirat von der Gemeinde auch nicht mit Finanzmitteln ausgestattet worden. Sein Büro habe er nicht im Rathaus einrichten können, sondern einen Raum von der Kirchengemeinde gestellt bekommen, während in Cloppenburg sogar ein Senioren-Servicebüro mit hauptamtlichen Kräften unterhalten werde.
2600 Ältere in Barßel
Werner Reckling: „Wir würden uns gerne mit den Ratsmitgliedern unterhalten, oder mit den Fraktionsvorsitzenden, schließlich sind wir eine offizielle Einrichtung der Gemeinde Barßel.“ Der Seniorenbeirat sehe sich als Bindeglied zwischen den 2600 älteren Einwohnern und dem Rat. Diese Funktion könne er wegen der mangelnden Unterstützung kaum erfüllen.
So möchte Reckling gerne die Wohnsituation älter Menschen in Barßel diskutieren: „Früher lebten mehrere Generationen unter einem Dach. Das ist heute eher selten. Wer das Geld hat, kauft sich in eine Senioreneinrichtung ein. Doch der normale Rentenbezieher ist dazu nicht in der Lage.“ Der Gemeinde fehle ein Alten-Wohnungsplan.
