SEOUL/TEHERAN - SEOUL/TEHERAN/DPA - Einen Tag nach seiner Atomwaffen-Erklärung hat Nordkorea eine mögliche Rückkehr an den Verhandlungstisch angedeutet. Der stellvertretende nordkoreanische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Han Song Ryol, sagte, sein Land strebe direkte Gespräche mit den USA an. Zur Wiederaufnahme der Sechs-Länder-Gespräche sei Nordkorea unter der Bedingung bereit, dass die USA ihre „feindselige Politik“ aufgäben. Die USA lehnten direkte Gespräche wie bereits in der Vergangenheit ab, da das Atomwaffenprogramm keine Angelegenheit zwischen Nordkorea und den USA sei.

Die Erklärung Nordkoreas über den Besitz eigener Atomwaffen hat nach Ansicht des südkoreanischen Außenministers Ban Ki Moon eine „neue Situation“ geschaffen. „Wir müssen Maßnahmen ergreifen, um mit dieser Situation umzugehen, nachdem wir sie mit kühlem Kopf analysiert haben“, wurde Ban zitiert.

Derweil kündigte der Iran eine Wiederaufnahme der Urananreicherung an. Sobald die mit der EU vereinbarte Frist abgelaufen sei, werde Iran die Anreicherung wieder beginnen, erklärte der immer noch politisch einflussreiche frühere Präsident Ali Akbar Haschemi Rafsandschani vor Tausenden Gläubigen beim Freitagsgebet in Teheran. Sein Land habe das Recht auf die friedliche Nutzung der Atomenergie, betonte der gemäßigte Politiker, der bei den im Juni geplanten Präsidentenwahlen erneut antreten will.