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Aktualisiert vor 2 Minuten.

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NWZonline.de Nachrichten Politik

Tv-Duell Clinton Vs. Trump: Sex, Lügen und Video

11.10.2016

St. Louis Es fing gleich in dem Moment an, als sie auf die Bühne traten und auf einen Handschlag verzichteten: Die Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump sahen sich gegenseitig in die Augen und setzten dazu an, den jeweils anderen zu vernichten.

Clinton bekam zu Beginn der zweiten TV-Debatte am Sonntagabend (Ortszeit) in St. Louis gegen Trump auch gleich von Moderator Anderson Cooper die perfekte Vorlage geliefert, um anzugreifen. Cooper ging auf die jüngsten Enthüllungen zu Trumps umstrittenen Äußerungen über Frauen ein. „Wie alle anderen habe ich viel Zeit in den vergangenen 48 Stunden damit verbracht, darüber nachzudenken, was wir gehört und gesehen haben“, erklärte die Demokratin Clinton. Die ehemalige First Lady und Außenministerin wollte nichts von Trumps Behauptungen wissen, seine Kommentare über Frauen seien nur Geschwätz gewesen.

„So ist Donald Trump“, erklärte sie. Zudem seien es nicht nur Frauen gewesen, die Trump verunglimpft habe, sondern auch Einwanderer, Schwarze, Latinos, Behinderte, Kriegsgefangene, Muslime „und so viele andere“, erklärte Clinton. Erneut sagte sie mit felsenfester Überzeugung: „So ist Donald Trump.“

Trump für seinen Teil war bereit, mit einer hässlichen Gegenoffensive zurückzuschlagen. Der Republikaner brachte jenes Thema zur Sprache, das er beim ersten Fernsehduell noch gemieden hatte - etwas, wofür er sich selbst beglückwünscht hatte. „Wenn Sie sich Bill Clinton anschauen, viel schlimmer“, sagte Trump.

Ja, räumte Trump ein, es tue ihm leid, was er über Frauen gesagt habe. Doch seine eigenen Fehler seien nur „Worte“. Bei den Fehlern von Ex-Präsident Bill Clinton hingegen habe es sich um Taten gehandelt. Trump erwähnte mehrere Frauen, die er strategisch in der ersten Reihe des Publikums platziert hatte. Darunter waren drei, die Bill Clinton Vergewaltigung oder sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen hatten. „Sie können es auf jede Weise sagen, wie Sie es sagen wollen, aber Bill Clinton misshandelte Frauen“, erklärte Trump.

Der Republikaner beließ es dabei nicht. „Hillary Clinton attackierte genau diese Frauen und attackierte sie auf bösartige Weise“, sagte Trump. Eine vierte Frau im Publikum, sagte er, sei einst ein zwölfjähriges Vergewaltigungsopfer gewesen, deren mutmaßlichen Angreifer Clinton als Anwältin erfolgreich vertreten habe. Nicht nur das, Clinton habe das Mädchen ausgelacht, sagte Trump. „Erzählen Sie mir nichts von Worten“, meinte er.

Bill Clinton wurde im Zusammenhang mit den angeblichen sexuellen Fehltritten niemals strafrechtlich verfolgt. Eine Klage wegen mutmaßlicher Vergewaltigung wurde abgewiesen. Er legte tatsächlich einen Rechtsstreit mit einer der Frauen bei, die ihm Belästigung vorgeworfen hatte.

Hillary Clinton spielte eine zentrale Rolle dabei, ihren Ehemann gegen Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens zu verteidigen. Es gibt aber keine klaren oder unabhängigen Beweise dafür, dass sie seine Aktivitäten ermöglichte oder seine Klägerinnen mobbte. Sie übernahm zögerlich die Verteidigung des Angeklagten in dem angesprochenen Vergewaltigungsfall und lachte bei einer Diskussion verfahrenstechnischer Details. Doch gibt es keine Beweise dafür, dass sie das Opfer auslachte.

Der Wortwechsel der beiden Kandidaten veranschaulichte die Verachtung, die Clinton und Trump seit Tag Eins des Präsidentschaftswahlkampfs füreinander empfinden. Bei der Debatte machten sie ihrem Missfallen und Ärger vor Millionen von amerikanischen Fernsehzuschauern Luft.

„Er schuldet unserem Land eine Entschuldigung“, sagte Clinton und verwies auf Trumps langjährige Kampagne der Anzweiflung, dass Präsident Barack Obama in den USA zur Welt kam. Trump entgegnete: „Sie schulden dem Präsidenten eine Entschuldigung“. Er legte nahe, dass Clintons eigene Kampagne das Thema überhaupt erst aufgeworfen habe, in den Vorwahlen 2008.

Trump ergänzte, dass Clinton Leuten auch eine Entschuldigung dafür schulde, Zehntausende E-Mails gelöscht zu haben, die über ihr privates E-Mail-System gegangen seien, als sie Außenministerin war. Von dort gingen die Kandidaten dann über zu einer Diskussion über Politik und Differenzen wegen Steuern, E-Mails und weiteren Aspekten.

Zum Schluss gelang es ihnen, wenn auch zögerlich, etwas Nettes über den jeweils anderen zu sagen - allerdings nur, nachdem sie dazu aufgefordert worden waren. Anschließend gaben sie sich dann doch noch die Hand.

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