Bukarest - Nach seinem überraschenden Wahlsieg schreibt sich Rumäniens künftiger Präsident Klaus Iohannis den Kampf gegen die Korruption auf die Fahne. Der deutschstämmige Vertreter des bürgerlichen Lagers verlangt vom Parlament eine Verschärfung der Strafgesetze. Sein unterlegener Rivale, der sozialistische Ministerpräsident Victor Ponta, stimmte der harten Linie am Montag zu. Rücktrittsforderungen – auch aus der eigenen Partei – lehnte der Wahlverlierer ab. Umfragen vor der Wahl hatten ihm einen Sieg vorausgesagt.

Der Siebenbürger Sachse Iohannis hatte die Stichwahl um das Präsidentenamt mit 54,50 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Der 55-Jährige hatte mit seiner erfolgreichen Arbeit als Bürgermeister in Sibiu (Hermannstadt) für sich geworben. Er ist derzeit Vorsitzender der Nationalliberalen Partei (PNL). Nach seinem Amtsantritt muss er aus der Partei austreten.

Zu dem überraschenden Wahlsieg von Iohannis dürfte die hohe Mobilisierung der Wähler beigetragen haben. In der ersten Wahlrunde vom 2. November lag Iohannis noch um zehn Prozentpunkte hinter Ponta. In der Stichwahl lag die Wahlbeteiligung mit 62,04 Prozent um zehn Prozentpunkte höher als im ersten Wahlgang.

Bereits an diesem Dienstag soll das Parlament über Erleichterungen bei der strafrechtlichen Verfolgung von Politikern abstimmen. Dies verlangte Ponta nach einer entsprechenden Forderung Iohannis’. Ein von Pontas Partei vorgeschlagenes Amnestiegesetz für korrupte Politiker soll niedergestimmt werden.