Sillenstede - Da waren es nur noch drei: Nur drei der vier Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters in Schortens stellten sich der Diskussion mit den Bürgern im Sillensteder Hof. Der parteilose Bürgermeister Gerhard Böhling, der Kandidat der Grünen Wolfgang Ottens und CDU-Kandidat Andreas Bruns standen Hinrich Neumann Rede und Antwort. der parteilose Olaf Rottmann blieb dem Abend fern.
Ein Thema beherrschte die Diskussion in allen Teilbereichen: Werden die Schortenser Ortsteile im Vergleich zum Zentrum angemessen berücksichtigt? Dem hielt Gerhard Böhling entgegen, dass die Stadt sehr wohl in die „Außenbereiche“ investiere. Mit dem Gewerbegebiet, der neuen Feuerwehr und der umfassenden Sanierung der Sportanlagen komme insbesondere Sillenstede nicht zu kurz. Dass der Radweg nur bis zum Gewerbegebiet ausgebaut sei, liege nur daran, dass der weitere Ausbau durch die Klage eines Anliegers verhindert werde.
Andreas Bruns sprach sich dafür aus, die Ortsteile stärker zu berücksichtigen. „Die Bürger sollen merken, dass die Ortsteile auch als Teile der Stadt berücksichtigt werden.“ Für einen Ausbau des Alten Rathauses zu einer Bürgerbegegnungsstätte machte sich Wolfgang Ottens stark.
Mit einem gemeinsam erarbeiteten Dorfentwicklungskonzept möchte Bruns die Ortsteile stärken und attraktiver machen. Es fehlt an vielen Stellen: Geschäfte, Banken, Ärzte sind in vielen Ortsteilen nicht mehr vorhanden. Und der öffentliche Nahverkehr ist viel zu sehr schülerorientiert und berücksichtigt zu wenig die ältere Generation. Hier sei der Landkreis gefragt, für eine bessere Anbindung zu sorgen, sagte Bruns.
Auch um die Jugend in den Ortsteilen, so Bruns, müsse sich mehr gekümmert werden. Hier müsse zusammen mit den Fachleuten im „Pferdestall“ ein verbessertes Konzept erarbeitet werden, das auch vor Ort Angebote bereitstelle. „Auch wenn in der Vergangenheit Angebote vor Ort an mangelnder Beteiligung gescheitert seien, muss weiterhin daran gearbeitet werden die Jugend einzubeziehen“, forderte Ottens.
Vieles könne auch durch die Dorfgemeinschaft und den Bürgerverein angeschoben werden, hob Böhling hervor. Die Stadt könne keinen Laden eröffnen – ein Verein sehr wohl. Die Stadt würde eine solche Initiative, die es anderswo schon gebe, nach Kräften unterstützen.
