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NWZonline.de Nachrichten Politik

Feuerrot noch aus dem Weltall

28.08.2019

São Paulo Die brasilianischen Waldbrände sind in die Schlagzeilen geraten – vor allem wegen des Zanks um die G7-Hilfen. Doch auch in anderen Regionen stehen Wälder in Flammen. In vielen Erdregionen toben die Brände derzeit besonders heftig. Ein Lagebericht:

AMAZONASREGION

In Brasilien wüten die heftigsten Brände seit Jahren. Die Zahl der Feuer stieg nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE seit Anfang des Jahres um 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf mehr als 80 000 Brände. Umweltschützer und indigene Gruppen werfen Brasiliens rechtem Präsidenten Jair Bolsonaro vor, ein Klima geschaffen zu haben, in dem sich Farmer, Holzfäller und Goldgräber zu immer weiteren Waldzerstörungen ermutigt fühlten.

Weil der Amazonasregenwald riesige Mengen CO2 bindet, ist er auch für das Weltklima von entscheidender Bedeutung. „Der Amazonasregenwald speichert bis zu 150 Gigatonnen Kohlenstoff in seinen Bäumen, die schlimmstenfalls frei werden könnten“, sagt Susan Trumbore vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie. „Zum Vergleich: Durch die Verfeuerung fossiler Brennstoffe setzten Menschen 2018 etwa zehn Gigatonnen Kohlenstoff als CO2 frei.“ Über die Verdunstung funktioniert der Wald zudem wie eine riesige Klimaanlage. „Wenn er verschwände, würde das den Weg von Stürmen verändern und auch außerhalb der Tropen die Niederschläge beeinflussen.“

INDONESIEN

Auch in dem weltgrößten Inselstaat wüten große Waldbrände. Betroffen sind vor allem die beiden riesigen Inseln Borneo und Sumatra. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde sind mehr als 8000 Helfer im Einsatz. Die Behörde sprach von mehr als 350 verschiedenen Brandherden. Solche großen Feuer sind im Dschungel nicht ungewöhnlich, vor allem in der gegenwärtigen Trockenzeit. Sie sind aber schlimmer als in den beiden Vorjahren. Immer wieder kommt es vor, dass Feuer absichtlich gelegt wird, um den Wald abzuholzen – von Farmern oder von Arbeitern im Auftrag von Firmen.

Abgesehen von der Vernichtung der Wälder ist die Luftverschmutzung enorm, was sich auch in Nachbarstaaten wie Singapur, Malaysia und Thailand bemerkbar macht. Nach einer Studie der Universitäten Harvard und Columbia führte die Luftverschmutzung durch die schlimmen Waldbrände in Indonesien 2015 in ganz Südostasien zum Tod von mehr als 100 000 Menschen.

AFRIKA

„Afrika ist einer der größten Brandherde der Welt – wenn nicht sogar der größte; Feuer in Afrika sind aber grundverschieden von denen am Amazonas“, sagt der südafrikanische Wissenschaftler Harold Annegarn. Gezielt würden jedes Jahr ganze Landstriche vom Norden bis zum Süden des Kontinents abgebrannt, weil abgestorbene Gräser und Sträucher nur sehr langsam verrotten. Deren Asche gilt jedoch als Dünger. Der international gefragte Experte für Luftverschmutzung betont: „Die jährlichen Savannen-Brände in Afrika sind Teil des Ökosystems, das stellt nicht gleich eine Katastrophe dar.“

Mit Sorge sieht Annegarn eine neue Entwicklung in Teilen Nigerias oder des Kongos, bei der für die Jagd ganze Wälder in Brand gesteckt werden, um dann das fliehende Wild auf einfache Weise zu erlegen.

RUSSLAND

In Sibirien im Osten des Riesenreichs brennen seit Wochen Millionen Hektar Wald. Betroffen ist auch die für das Weltklima wichtige Taiga, ein riesiger Nadelwald. Dort gibt es in den Sommermonaten immer wieder Feuer, sie sind diesmal aber heftiger ausgefallen als in den Vorjahren. Die russischen Umweltschützer von Greenpeace errechneten auf Grundlage von staatlichen Satellitendaten, dass bereits mehr als 14 Millionen Hektar Wald vom Feuer vernichtet wurden. Die Behörden gingen zuletzt von einem geringeren Ausmaß aus. Das Militär hilft beim Löschen.

Es gibt Ermittlungen wegen Brandstiftung. Hitze und Trockenheit haben zur Ausbreitung geführt. Infolge der Brände hatten etliche Dörfer und Städte mit Rauch zu kämpfen. Bewohner kritisierten die Behörden, sie hätten viel zu spät mit den Löscharbeiten begonnen.

Grafik als PDF.

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