Jever - Der Favorit ist gekürt: In seiner Sitzung am späten Mittwochnachmittag sprach der Planungsausschuss der Stadt Jever eine Empfehlung für den Stadtrat aus, am 13. Dezember über den Entwurf des Architekturbüros Thater für einen Neubau des Johann-Ahlers-Hauses abzustimmen. Kurz: die eingereichten Entwürfe der fünf anderen Architekturbüros (die NWZ berichtete) sind aus dem Rennen.
Dennoch handelt es sich zunächst nur um eine Empfehlung, die endgültige Entscheidung hat der Stadtrat zu treffen. Sollte dort keine Einigkeit erzielt werden, könnte das Projekt theoretisch noch kippen – da die Fraktionen das Projekt aber beinahe einhellig unterstützen, erscheint dies unwahrscheinlich.
In den zwei Wochen vor der Sitzung am Mittwoch hatte ein Gremium aus Fachleuten der Denkmalpflege und Fraktionsmitgliedern über die sechs eingereichten Entwürfe beraten. Ergebnis: Favorisiert wurden die Vorhaben von Thater und dem Metaplan von Friedel Meyer aus Jever. Die Fraktionen votierten jedoch mehrheitlich für den Thater-Entwurf.
Die CDU konnte sich dabei jedoch zu keiner einheitlichen Position durchringen. Klaus Andersen (CDU) kritisierte in einer persönlichen Stellungnahme die Größe des geplanten Baukörpers ebenso wie eine „Zerstörung der Bepflanzung“ als Folge der Umsetzung des Vorhabens. „Ein Neubaubeschluss verbietet sich“, sagte Andersen.
Von Seiten der SWG-Fraktion gab es Kritik an zu engen Bauvorgaben. Letztlich wurde aber der Thater-Entwurf favorisiert, vor allem wegen dessen transparenter Bauweise, „die sich nach allen Seiten öffnet“, begründete Udo Albers.
Elke Vredenborg begründete die Zustimmung der SPD-Fraktion mit der „guten Integration“ des Thater-Entwurfs in das Stadtbild. „Es sollten jetzt die Fördermittel eingeworben werden“ – wenn der Eigenanteil der Stadt zu hoch werde, müsse aber neu diskutiert werden.
Auch die Grünen stimmten der Empfehlung für den Thater-Entwurf zu. Die FDP, im Stadtplanungsausschuss ohne Mandat, sicherte ihre Unterstützung für die Ratssitzung am 13. Dezember zu.
Sollten sich die Ratsmitglieder in dieser Sitzung auf einen Beschluss einigen, könnte mit der Beantragung von Fördergeldern begonnen werden. Am 15. Februar sei Einsendeschluss, so Stadtkämmerer Dietmar Rüstmann. Auf 851 000 Euro Gesamtkosten hatte das Büro Thater den Neubau kalkuliert.
