„Soeste-Carré: „Tief enttäuscht“ (Ð vom 12. November)
Mir ist bekannt, dass sich die neue CDU-Fraktion mit dem geplanten Einkaufszentrum westlich der Soestenstraße gegenüber der abgerissenen Aral-Tankstelle befasst hat. Offenbar ist nach wie vor geplant, im „festgesetzten Überschwemmungsgebiet“ der Soeste ein 14-Millionen Neubauprojekt zu platzieren. Käme es tatsächlich zur Errichtung, müsste das jahrelang propagierte städtebauliche Konzept der Stadt über den Haufen geworfen werden.
Jahrelang wurde in der Stadtplanung und Stadtentwicklung von einer „grünen Ost-West-Achse“ inmitten der Stadt gesprochen. Gemeint ist die Achse Surfsee, Mühlenteiche, Museumsdorf, Stadtpark, Bereich Krankenhaus und das Gebiet in Richtung Ambührener See. Dieses „grüne Band“ trennt den Stadtnorden vom Stadtsüden, was den Stadtplanern viele Möglichkeiten zur Schaffung von Räumen mit hoher Aufenthalts-, Wohn- und Lebensqualität ermöglicht.
In anderen Städten werden die vorhandenen Grünanlagen gehegt und gepflegt. Kanalisierte Bäche und Flüsse werden mit erheblichem Aufwand wieder zurückgebaut bzw. wieder naturnah gestaltet.
Es wäre kontraproduktiv und kurzsichtig, würden wir in Cloppenburg in ein Überschwemmungsgebiet – in unseren städtischen Grüngürtel – unter Missachtung des Wasserhaushaltsgesetzes und der Untersuchungsergebnisse von Fachbehörden – ein Einkaufszentrum setzen.
Hinzu kommt, dass das Gebiet keinen Bezug zur eigentlichen Innenstadt hat. Die hohe Verkehrsbelastung der Soestenstraße und der dem Projekt vorgelagerte Kundenparkplatz sind trennende Elemente. Einen Synergie-Effekt zugunsten der Innenstadt wird es daher kaum geben.
Die letzten „Oasen“ unserer Stadt sollten wir nicht unwiederbringlich zerstören und vernichten.
Ich hoffe, gemeinsam mit vielen Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt, dass die Niederung westlich der Soestenstraße nicht bebaut wird und die Soeste mit ihrem jetzigen Uferbereich mit Freiraum erhalten bleibt.
Fritz Thole, 49661 Cloppenburg
