Nordenham - Frauke Sommer geht nicht nur wegen der Äpfel gerne zum Wochenmarkt. Nirgendwo sonst ist ein Pluspunkt ihrer Heimatstadt so allgegenwärtig wie hier zwischen den Obst- und Gemüseständen. „Man kennt sich in Nordenham“, sagt die 66-Jährige. Auch wenn sie keine gebürtige Nordenhamerin ist, so hat sie doch dieses kleinstädtische Profil, die Beziehungen, die hier entstehen, die Menschen, die sich nicht egal sind, längst schätzen gelernt.

Frauke Sommer fühlt sich wohl in Nordenham, auch deshalb will sie sich für die Stadt einsetzen. Erstmals ist sie in den Stadtrat gewählt worden. Für die SPD-Fraktion sitzt die Rentnerin im Finanzausschuss, im Umweltausschuss und im Sozialausschuss. Von Parteifreunden war sie ermuntert worden zu kandidieren. Sie sagte sich „Warum nicht“ und freut sich nun auf die Herausforderung.

Die SPD-Mitgliedschaft ist der gebürtigen Rendsburgerin mehr oder weniger in die Wiege gelegt worden. 1969 ist sie in die Partei eingetreten. Die Familie war schon immer sozialdemokratisch geprägt. Frauke Sommer hat eine Ausbildung zur Steuerfachgehilfin absolviert und später eine Fortbildung zur praktischen Betriebswirtin. 1988 hat sie geheiratet und ist mit ihrem Mann nach Blexen gezogen. Sie brachte eine Tochter mit in die Ehe, ihr Mann zwei Söhne. Seit dem Jahre 2000 ist Frauke Sommer verwitwet.

Die 66-Jährige ist im SPD-Ortsverein Blexen-Phiesewarden für die Finanzen zuständig. Außerdem ist sie Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus und Seniorenbeauftragte im SPD-Stadtverband.

Als Beisitzerin ist sie zudem im Vorstand des SPD-Unterbezirks vertreten. Viele Jahre hat Frauke Sommer als ehrenamtliche Helferin bei der Nordenhamer Tafel mitgewirkt.

Die Rentnerin interessiert sich besonders für soziale Themen. Und ganz besonders liegen ihr die Menschen am Herzen, die mit einem Handicap leben müssen oder aufgrund ihres Alters nicht mehr gut zu Fuß sind. So will sie zum Beispiel darauf drängen, dass die Patienten der orthopädischen Praxis an der Albert-Schweitzer Straße und des Augenarztes an der Von-Helmholtz-Straße nicht vom öffentlichen Nahverkehr abgeschnitten werden, wenn die Helios-Klinik an ihren Standort nach Esenshamm zieht. Die Nordenhamerin will, dass der Bus auch weiterhin dort hält.

Frauke Sommer will die vermeintlichen „kleinen Dinge“ im Blick behalten, die für viele Menschen gleichwohl eine große Bedeutung haben.

In ihrer Freizeit liest Frauke Sommer gerne, außerdem hört sie klassische Musik. „Für andere Hobbys bleibt mir keine Zeit“, sagt die Nordenhamerin. „Und jetzt erst recht nicht. Ich nehme meine Aufgabe im Stadtrat sehr ernst. Wenn man sich vernünftig auf die Sitzungen vorbereitet, muss man viel Zeit investieren.“