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NWZonline.de Nachrichten Politik

Spanien entsendet Polizisten in Sahelzone

22.02.2017

Madrid /Ceuta Zur Bekämpfung illegaler Migration will Spanien in den kommenden Jahren Spezialisten der schnellen Polizei-Eingreiftruppe GAR in die Sahelzone entsenden. Sie sollen dort bei der Ausbildung der örtlichen Sicherheitskräfte helfen, zitierte die Nachrichtenagentur Europa Press am Dienstag Innenminister Juan Ignacio Zoido. So sollen diese besser in die Lage versetzt werden, kriminelle Banden zu bekämpfen, die Migranten nach Europa schleusen wollen. Spanien erlebt derzeit einen massiven Andrang von Migranten, die von Marokko aus meistens nachts den Grenzzaun zur spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta stürmen.

Das Projekt „GAR-Sahel“ werde mit 40 Millionen Euro EU-Geldern unterstützt, hieß es nach einem Treffen Zoidos mit dem EU-Kommissar für die Sicherheitsunion, Sir Julian King. Der Einsatz solle auch dazu beitragen, die Lebensbedingungen der Menschen in der Sahelzone langfristig zu verbessern. Unter anderem sollen die spanischen Polizisten in Mali, Mauretanien, Tschad und Niger eingesetzt werden.

Gleichzeitig habe die enge Zusammenarbeit mit an Teile Spaniens grenzende Länder wie Marokko absolute Priorität. Spanien verfügt in Nordafrika über zwei Exklaven: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das weiter östlich gelegene Melilla.

Erst am Montag war es erneut Hunderten Migranten gelungen, den Grenzzaun nach Ceuta zu stürmen und so in die EU zu gelangen. Am Dienstag sei es aber marokkanischen Sicherheitskräften gelungen, einen weiteren Massenansturm von etwa 300 offenbar gewaltbereiten Migranten auf Ceuta zu verhindern, erklärte Zoido.

An dem Zaun harren Zehntausende notleidende Afrikaner sowie mittlerweile auch zahlreiche Syrer aus. Wem es gelingt, den Zaun zu überwinden, wird zunächst in das örtliche Erstaufnahmezentrum (CETI) gebracht und dort von Helfern versorgt. Das Zentrum ist Medienberichten zufolge völlig überfüllt: Die normale Aufnahmekapazität, die bei 512 Plätzen liege, sei mit mehr als 1400 Personen fast um das Dreifache überschritten, hieß es. Derzeit würden Zelte aufgebaut, um weitere Menschen unterzubringen.

Die Migranten bleiben Regierungsquellen zufolge durchschnittlich 130 bis 150 Tage im CETI. Die meisten hofften, einen Platz in einem der Zentren zu finden, die auf dem spanischen Festland von verschiedenen Nichtregierungsorganisationen (NGO) geleitet werden und dorthin ausgeflogen zu werden, sagt José Palazón, Präsident der Organisation Prodein, die in Melilla arbeitet.

Dort tauchten viele unter oder versuchten, in andere EU-Länder weiterzureisen. Einen Asylantrag stellten die wenigsten - auch deshalb, weil etwa das Asylbüro in Ceuta bereits 2015 geschlossen worden sei, so Palazón. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat zudem immer wieder angeprangert, dass es in Ceuta und Melilla zu Kollektivabschiebungen komme, ohne den Status der Migranten geprüft zu haben.

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