Mehr als 60 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Syrien, Afghanistan und Somalia waren jetzt in der Katholischen Akademie Stapelfeld zu Gast. Es war eine Art Ferienfreizeit für die Familien, die derzeit mit je vier bis sechs Kindern in Lohne, Dinklage, Steinfeld, Lindern und Löningen leben und in der Akademie Tipps für das Ankommen im Oldenburger Münsterland erhielten und verschiedene Gesprächen mit Politikern, Unternehmern und Kirchenvertretern führen konnten.
Unter anderem besuchten Prälat Peter Kossen, Löningens Bürgermeister Marcus Willen und CDU-Landtagsabgeordneter Clemens Gr. Macke (MDL) die Erwachsenen und kamen mit ihnen über den Krieg in der Heimat, Probleme bei der Flucht und den Glauben ins Gespräch. „Es ist wichtig, dass Christen und Muslime miteinander reden, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten festzustellen“, betonte Kossen. „Was uns als Menschen verbindet ist stärker als das, was uns trennt“, ergänzte er. „Gott hat alle Menschen gemacht“, bestätigte der Syrer Ahmad. „Jeder Mensch habe seine eigenen Gedanken, er kann tun, was er will, nur nichts schlechtes, so steht es im Koran“, erzählte er der Runde.
Der sogenannte Islamische Staat (IS) habe keine Politik und keine Firmen. Er habe nichts, betonte Muhgdad aus Syrien. Ein anderer Mann in der Runde ergänzte, dass die Kriege nur Wirtschaftskriege seien, „unterstützt von Ländern, die nur an den eigenen Profit denken“. „Syrien ist ein Ort für Waffentests Putins und der Russen“, sagte dieser, aber es mache keinen Sinn, das Land zu zerbomben. „Um den IS zu beseitigen, muss man die Waffenlieferungen stoppen“, forderte Muhgdad.
Kossen erkundigte sich nach den Hoffnungen der Menschen. Sie seien dankbar für die Gastfreundschaft der Deutschen, sie wünschen selbstständig leben zu können, eine Ausbildung für junge Menschen, Arbeitsplätze und den Nachzug der Familie. „Wenn der Krieg um ist, möchten wir Afghanen wieder nach Hause“, erzählte ein junger Mann und auch die Syrer wollen gern wieder zurück in die Heimat.
Ein Highlight besonderer Art erlebten vor wenigen Tagen die Teilnehmer der Volkshochschulgruppe „Munter blieven“ auf dem Quatmannshof in Elsten. Unter riesigen Kastanienbäumen, die mehr als 150 Jahre alt sind, empfing sie Mechthild Quatmann. Sie gab einen Einblick in die Geschichte der Quatmannsfamilie und erzählte von den Vorfahren der Quatmanns, vom alten Quatmannshof, der seit 1935 im Museumsdorf steht, und von dem im Gulfhausstil erbauten neuen Anwesen.
Die Seniorengruppe besteht aktuell aus zwölf Teilnehmern, die sich unter der Leitung von Anke Engelhardt zweimal im Monat trifft. Interessierte, die dabei sein möchten, können einfach beim nächsten Treffen am Donnerstag, 25. August, um 15 Uhr in der Volkshochschule, Altes Stadttor 16 in Cloppenburg, vorbeischauen.
