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NWZonline.de Nachrichten Politik

Wahlkampf: Spitzenpersonal dringend gesucht

30.11.2016

Berlin Glaubt man Hannelore Kraft, sind die Würfel bei der SPD längst gefallen. „Ich weiß, wer es wird, aber ich sage es Ihnen nicht“, antwortet die NRW-Regierungschefin am Montagabend bei einer Veranstaltung in Düsseldorf auf die Frage, wer denn 2017 als Kanzlerkandidat für die Sozialdemokraten gegen Angela Merkel ins Rennen gehen werde. Die Äußerungen sind ein Paukenschlag. Kraft, nicht nur Chefin der einflussreichen NRW-SPD, sondern auch Vizechefin der Bundespartei, nervt die anhaltende, heftige Debatte über die K-Frage, die laut offizieller Lesart aber weiter offen ist.

Mit ihrer Wortmeldung und der Ansage, dass die Entscheidung mittlerweile gefallen sei, überrascht sie nun Freund und Feind. Erst in der vergangenen Woche hatte sich die Parteispitze festgelegt, den Kanzlerkandidaten Ende Januar zu benennen. Und nach der Ankündigung von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, nach Berlin zu wechseln, war dies noch einmal bekräftigt worden.

Spekulationen, Mutmaßungen, überraschende Vorstöße in der Öffentlichkeit – nichts beschäftigt Spitzengenossen derzeit so sehr wie die K-Frage. Krafts Äußerungen war der Auftritt von Parteichef Gabriel beim Parteitag der Duisburger SPD vorausgegangen. Dort hatte der Parteichef den Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz als möglichen Kanzlerkandidaten ins Gespräch gebracht – eine neue Wendung. In der Partei wurde dies als Versuch Gabriels verstanden, den drängenden Schulz auszubremsen, der laut Demoskopen in der Bevölkerung wie auch bei SPD-Anhängern deutlich besser abschneidet als der Parteivorsitzende.

„Sigmar macht es. Das ist völlig klar“, hatte in der Vergangenheit immer wieder aus der SPD-Spitze geheißen. Was später dann aber wieder relativiert wurde. Er hadere und wisse um seine schlechten Umfragewerte. Zu Wochenbeginn erst hatte SPD-Generalsekretärin Katarina Barley bekräftigt, auch ein Mitgliederentscheid in der K-Frage sei denkbar. „Quatsch“, konterte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles am Dienstag.

Mag Kraft mit ihren Äußerungen auch versucht haben, Gabriel unter Zugzwang zu setzen: Der Parteivorsitzende kommt bisher nicht aus der Deckung. Am Montagabend noch während die NRW-Ministerpräsidentin in Düsseldorf auf dem Podium saß, twitterte er ein Bild aus Wien, das ihn in trauter Runde mit Martin Schulz und dem früheren österreichischen Bundeskanzler Werner Feymann zeigt. Ein Bild, das wohl Einigkeit demonstrieren soll. Doch Gabriel wirkt wie hin- und hergerissen. „Weglaufen gibt es nicht“, philosophiert er in einem gestern ausgestrahlten ARD-Porträt von Reinhold Beckmann. „Als Vorsitzender einer Partei müssen Sie sich das Amt des Bundeskanzlers immer zutrauen.“ Aber es gelte, die Dinge auch aus der Distanz zu betrachten und für sich zu klären: „Bin ich für die Wahlkampfsituation der Richtige?“

Die Antwort bleibt er allerdings noch schuldig. Der Film zeigt Gabriel als Politiker und Privatmann. Hier der Vizekanzler, dort der Familienmensch, der im Frühjahr noch einmal Vater wird und mit Tochter Marie in Goslar spielt.

Gabriel, Schulz oder doch Scholz? Der Troika-Testballon des SPD-Chefs wirkt auf manchen Genossen wie der Versuch, Zeit zu gewinnen. Nach der Weihnachtspause durchstarten und dann die K-Frage klären, war bisher seine Devise. „Cool bleiben“ hatte Gabriel seinen Genossen in der Bundestagsfraktion vor einer Woche empfohlen. Die Frage ist, ob die Partei diesen Ratschlag auch beherzigt.

Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
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