[SPITZMARKE] - BERLIN/DPA - Die Bundeswehr soll bei der EU-Kongo-Mission im Notfall auch auf Kindersoldaten schießen. „Wenn es zu einer Duell-Situation kommt, machen meine Soldaten hoffentlich keinen Unterschied zwischen Kindersoldaten und Soldaten“, sagte der Drei-Sterne-General Karlheinz Viereck, der den Einsatz leitet. Das sähen auch die internationalen Regeln vor.
Viereck teilte ferner mit, dass über die 2000 im Kongo eingesetzten EU-Soldaten hinaus eine strategische Reserve von 800 Mann in Europa bereitgehalten werde. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) werde Anfang Juli in den Kongo reisen.
Viereck betonte, sobald eine lebensgefährliche Lage für die EU-Soldaten gebannt sei, würden Kindersoldaten wieder als Kinder mit Waffen behandelt und größtmöglichen Schutz bekommen.
Alle deutschen Einsatzkräfte seien besonders auf das Kindersoldaten-Problem vorbereitet worden, betonte der General. Im Vergleich zu anderen Auslandseinsätzen sei die Absicherung der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Kongo nicht die gefährlichste Mission für die Bundeswehr, sagte Viereck.
Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger sagte, die FDP habe immer wieder auf das Problem des Einsatzes von Kindersoldaten hingewiesen.
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