[SPITZMARKE] - BERLIN/DPA - Kurz vor dem EU-Einsatz im Kongo sind Spannungen zwischen Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) und dem Einsatzführer, General Karlheinz Viereck, offen zu Tage getreten. Jung sagte der „Berliner Zeitung“ zum Thema Kindersoldaten: „Unser Mandat ist auf den Raum Kinshasa beschränkt. Dort sind keine Kindersoldaten.“ Viereck hatte dagegen am Mittwoch erklärt, alle deutschen Einsatzkräfte seien auf Kindersoldaten gesondert vorbereitet worden. Im Notfall müsse auch die Bundeswehr auf Kindersoldaten schießen.
Viereck hatte zudem die Zusammenarbeit mit EU-Chefdiplomat Solana als sehr gut bezeichnet, während Jung die von Solana geleitete Vorbereitung des Einsatzes nicht effizient nannte. Viereck sprach von einem „reibungslosen Ablauf der Planungen“. Es habe einen permanenten Austausch auf allen Ebenen gegeben. Er habe ein gutes Verhältnis zu seinem Vorgesetzten, sagte Viereck und erklärte, dass dies derzeit nicht der deutsche Verteidigungsminister, sondern das Politische und Sicherheitspolitische Komitee der EU (PSK) sei.
Während Jung die Gefahr von Kindersoldaten für die Bundeswehr nicht sieht, weil die deutschen Soldaten ausschließlich in der kongolesischen Haustadt eingesetzt würden, hatte Viereck betont: „Wenn es zu einer Duell-Situation kommt, machen meine Soldaten hoffentlich keinen Unterschied zwischen Kindersoldaten und Soldaten.“
Jung reist vom 2. bis 4. Juli in den Kongo und das benachbarte Gabun.
