[SPITZMARKE] - WESTERSTEDE/EIC - Ärger um einen Pflegeplatz: Weil ihr Sohn nicht im Altenzentrum Westerstede aufgenommen wurde, hat Dr. Traute Range einen offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden im Kreistag geschrieben „und alle, denen das Alten- und Pflegezentrum am Herzen liegt.“ Die Entscheidung der Heimleitung, sich gegen eine Aufnahme zu entscheiden, bezeichnet Range als „rätselhaft.“
Rückblick: Nach einem Schlaganfall mit halbseitiger Lähmung war der 45-jährige Mann pflegebedürftig geworden. „Als gebürtiger Westersteder ist natürlich das hiesige Alten- und Pflegezentrum die erste Adresse“, sagt Range. „Mein Sohn hat dort einige Jahre freiwillig und gerne Besorgungen für die Heimbewohner erledigt.“ Warum er, dessen ohnehin eingeschränkter Freundeskreis in Westerstede sei, nicht vor Ort aufgenommen wurde, kann die Mutter nicht verstehen.
Bereits vor einem Vierteljahr war „mit großem Aufwand ein runder Tisch“ mit den verantwortlichen Beteiligten initiiert worden. Ergebnis: „Pflegedienst- und Heimleitung sind bei ihrem ,Nein‘ geblieben“, so Range. Angeblich ohne Angabe von plausiblen Gründen.
„Aufgrund der Schweigepflicht dürfen wir uns zu diesem konkreten Fall nicht äußern“, betont Heimleiter Uwe Last auf NWZ -Anfrage. In bestimmten Situationen müssten Patienten aber zwangsläufig abgewiesen werden. „Wir haben ein Aufnahmeverfahren“, erklärt Last. Dabei werde u. a. die Frage geklärt: „Kann die nötige Pflege und Versorgung überhaupt gewährleistet werden?“ Wenn bei Patienten beispielsweise künstliche Beatmung notwendig sei, „können wir diese leider nicht aufnehmen.“
Der 45-jährige Sohn von Traute Range hat nach seiner Rehabilitierungszeit jetzt doch noch eine Unterkunft gefunden: Er lebt jetzt im Wichernstift in Ganderkesee.
