[SPITZMARKE] - KARLSRUHE/DPA - Der in Frankreich inhaftierte Deutsche Christian Ganczarski soll sehr viel engeren Kontakt zu El-Kaida-Chef Osama bin Laden gehabt haben als bisher bekannt. Einem „Stern“-Bericht zufolge hatte der zum Islam konvertierte Mann aus Mülheim/Ruhr Tag und Nacht Zugang zu Osama Bin Laden.

Dem „Stern“ zufolge soll Ganczarski auch mit dem El-Kaida-Planungschef Khalid Scheich Mohammed sehr eng zusammengearbeitet haben. Die französischen Fahnder hielten Ganczarski für den „größten Fisch, der bislang in Europa ins Netz ging“. Für Bin Laden habe er zeitweise als Computerexperte gearbeitet. Außerdem habe der zuckerkranke El-Kaida-Chef ihn wohl aus persönlichen Gründen geschätzt, weil Ganczarski – dessen Tochter ebenfalls zuckerkrank war – ihm mit Insulin ausgeholfen habe.

Der in Polen geborene Islamist war nach dem Attentat von Djerba im Jahr 2002 ins Visier der deutschen Ermittler geraten, weil ihn der Djerba-Attentäter Nizar Nawar kurz vor dem Anschlag angerufen und ihn um seinen „Segen“ gebeten hatte. Die deutschen Ermittler rechneten ihn zwar zum engeren Kreis von El Kaida, konnten ihm aber nichts nachweisen. Im Juni 2003 wurde er in Frankreich verhaftet.