[SPITZMARKE]BERLIN - BERLIN/DPA - Der ehemalige Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz war und ist nach Einschätzung des Geheimdienstkoordinators im Kanzleramt, Klaus-Dieter Fritsche, ein „Sicherheitsrisiko“.
Im Januar 2006 sei dennoch entschieden worden, dem in Bremen geborenen Türken eine Einreise nach Deutschland zu gewähren. Dieser im Vergleich zur rot-grünen Vorgängerregierung vollzogene Kurswechsel beruhte nicht auf einer geänderten Gefahrenprognose für Kurnaz. Vielmehr habe es damals eine Abwägung gegeben zwischen Sicherheitsbedenken und humanitären Aspekten. Die „Waagschale“ habe sich zu Gunsten der humanitären Gründe geneigt, sagte Fritsche am Donnerstag im BND-Ausschuss. Kurnaz habe Teile einer klassischen „Radikalisierungs-Karriere“ aufgewiesen. Er habe sein Aussehen verändert, sich von seiner Familie abgeschottet, Kontakte zur islamistischen Szene gehabt und sei nach Pakistan
gereist.
