[SPITZMARKE]MüNCHEN - MÜNCHEN/AP - Milde Urteile im Prozess wegen eines geplanten Bombenanschlags auf das Münchner Jüdische Zentrum: Zu Bewährungsstrafen zwischen 16 und 22 Monaten sind fünf ehemalige Mitglieder der rechtsextremistischen „Kameradschaft Süd“ verurteilt worden. Das Bayerische Oberste Landesgericht befand drei Frauen und einen Mann der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung für schuldig. Der fünfte Angeklagte wurde wegen Beihilfe zum Waffen- und Sprengstoffkauf verurteilt.

Wie der Vorsitzende Richter Bernd von Heintschel-Heinegg ausführte, unterstützten die Angeklagten im Alter zwischen 18 und 38 Jahren als Führungsfiguren um den Neonazi Martin Wiese dessen Anschlagspläne. Der in einem separaten Verfahren angeklagte 29-Jährige wollte laut Anklage bei der Grundsteinlegung für das Jüdische Zentrum am 9. November 2003 eine Bombe hochgehen lassen und beschaffte dazu Waffen und Sprengstoff. „Wiese sprach davon, dass ein ,großes Ding' erfolgen müsse“, sagte Heintschel-Heinegg. Den Angeklagten sei klar gewesen, dass der Einsatz des Sprengstoffs gemeint war.