Schortens - Relativ zügig hat der Schortenser Stadtrat am Donnerstagabend die Tagesordnung abgearbeitet und Beschlussvorlagen zum Umgang mit Sponsoring und zu Personalentscheidungen getroffen. Für Frank Vehoff (CDU) und Frank-Michael Stubenhöfer (Grüne) war es die letzte Ratssitzung: Beide haben, wie bereits berichtet, aus beruflichen und persönlichen Gründen auf ihr Mandat verzichtet.

Als Nachfolger verpflichtete Bürgermeister Gerhard Böhling Manfred Schmidt für die CDU sowie Martina Esser für die Grünen. In der Folge kam auch das Personalkarussell im Verwaltungs- und in Fachausschüssen in Bewegung.

Für eine Übergangszeit hat Schortens nun auch eine neue stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte: Tanja Stamer vertritt für die nächste Zeit Julia Ingensiep, die nun in Mutterschutz geht.

Die Gleichstellungsbeauftragte kümmert sich unter anderem auch um die ehrenamtlichen Integrationslotsen der Stadt. Die kümmern sich ihrerseits um die Migranten, Flüchtlinge und Asylbewerber und helfen ihnen, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Sie helfen bei Behördengängen oder stellen Kontakt zu den Mitbürgern her.

Die Zahl der Asylbewerber habe durch die Kriege und Konflikte in einer verrückt spielenden Welt erheblich zugenommen. Das bekommen alle Kommunen und somit auch Schortens zu spüren: Eine entsprechende Quote an Flüchtlingen müsse auch Schortens aufnehmen, so Böhling in seinem Bericht.

Wurden in früheren Jahren in Schortens gerade mal elf bis zwölf Asylsuchende pro Jahr aufgenommen, so seien es in diesem Jahr bereits 20. „Die Menschen kommen aus Eritrea, Somalia, Marokko, Mazedonien und Algerien – und sie sind uns willkommen“, so Böhling. Bis zum ersten Quartal 2015 liege die zu erfüllende Quote der Stadt bei 36 Personen; 16 mehr als bislang aufgenommen wurden.

Weil die Stadt nicht mehr über genug eigenen Wohnraum verfügt, werden nun auf dem privaten Wohnungsmarkt Unterkünfte angemietet. Böhling appellierte im Rat an alle Wohnungseigentümer, die Wohnungen zu vermieten haben, sich mit der Stadt in Verbindung zu setzen. Die Stadt bemühe sich, die Menschen dezentral unterzubringen.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever