Cloppenburg - In Sachen Flüchtlingsunterbringung ist eine Entscheidung gefallen: „Die Städte und Gemeinden bleiben auf keinen Kosten sitzen. Der Landkreis übernimmt alles, auch die Anschlusskosten“, teilte Ludger Frische, Erster Kreisrat des Landkreises Cloppenburg, am Dienstagabend während der Kreis-Sozialausschuss-Sitzung mit. Gute Nachrichten für Kommunen wie beispielsweise Cloppenburg, die viel Geld in die Herrichtung beziehungsweise Erschließung von Grundstücken investieren müssen, auf denen Flüchtlingsunterkünfte gebaut werden sollen.
Was den Flüchtlingszustrom betrifft: Der ist derzeit wie in ganz Deutschland ziemlich abgeebbt, teilte Kreisamtsrat Josef Potthast mit. Das habe zur Folge, dass nach der Notunterkunft bei ehemals „Schwärter druckt“ nun auch die Einrichtung in der „Cappelner Diele“ vorerst geschlossen wurde. Das DRK habe seine Mitarbeiter auf andere Einrichtungen verteilt, Sicherheits- und Reinigungsfirmen könnten ihre Leute innerhalb kurzer Zeit kündigen und bei Bedarf wieder anstellen.
Aktuell leben 450 Asylbewerber im Kreis, darüber hinaus sind 1470 Asylbegehrende registriert sowie 315 geduldete Menschen. Abgeschoben wurden in diesem Jahr bereits 42 Flüchtlinge, 2015 waren es insgesamt 121, in 2014 genau 50. Wie Potthast weiter mitteilte, stehen für die Asylbewerber kreisweit noch 220 bezugsfähige Wohnungen bereit. Weitere Unterkünfte würden von den Kommunen geschaffen.
Was die Zukunft betrifft: „Es gibt keine verlässlichen Zahlen“, betonte Potthast. Sicher sei, dass der Flüchtlingsstrom anhalte, immer mehr Menschen derzeit an der mazedonischen Grenze strandeten. Wie viele davon nach Deutschland kämen, sei ungewiss. Mit Hilfe einer Modellberechnung konnte er nur aufzeigen, dass bei einem Zustrom von 500 000 Flüchtlingen in 2016 der Landkreis 1025 aufnehmen müsste. Bei einer Million Menschen seien es gemäß Quote 2051. Gehe der Kreis nach den Planzahlen des Niedersächsischen Innenministeriums vom Dezember 2015, müssten 100 000 Menschen in Niedersaschen untergebracht werden, also 2200 Flüchtlinge im Kreis.
Spekulationen, die Notunterkünfte könnten auch für eine dauerhafte Unterbringung genutzt werden, erteilte Potthast eine Absage. Sie könnten allenfalls als eine Art Puffer für wenige Tage herhalten, bis die Städte und Gemeinden genügend Wohnraum geschaffen haben. Kreisweit, so teilte Potthast mit, seien derzeit 1000 Unterbringungsplätze geplant. „Auf Dauer gesehen sind Wohnungen erforderlich“, betonte er.
